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Tipps vom Physiocoach Meike

Haltungsfördernde Positionen für dein Kleinkind beim Spielen und Vorlesen!

Im ersten Lebensjahr erlernt ein Baby zahlreiche Motorikschritte auf dem Weg vom rückenliegenden Neugeborenen bis hin zum Läufer. Jedes Baby sollte sich in jeder neuen Lernstufe ( z.B. Bauchlage, Vierfüßlerstand, Kniestand,...) soviel Zeit nehmen dürfen, wie es dafür braucht! Das macht sie sicher und kompetent in ihren motorischen Handlungen.
Hier gibt es natürlich eine große Variabilität im Lern- und Entwicklungstempo!

Erst mit ca. einem Jahr hat ein Kind einen stabilen Sitz auf dem Boden erlernt, in dem es sich gut abstützen und bei Unsicherheiten zu allen Richtungen stabilisieren kann. In vielen Kinderzimmern gibt es dann ziemlich schnell das Angebot zum Hinsetzen durch kleine Stühlchen oder Hocker (meist zusammen mit einem Tischchen).
Die Kinder sind dafür schnell zu begeistern, da sie es den Großen nachtun wollen und sitzen fortan mehr und mehr zum Spielen am Tisch (noch zusätzlich zu dem Essen im Hochstuhl!).
 
Frühes, längeres Sitzen ist für ihre Motorikentwicklung (auch wenn sie es schon beherrschen!) jedoch weniger förderlich! Besser ist es, abgesehen vom Sicherheitsaspekt auf dem Boden, seinem Kind weiterhin zum Spielen einen großen Bewegungsradius für die Kräftigung eines stabilen Körperbaues anzubieten. „Unten“ auf dem Boden erlernen sie wichtige, dreidimensionale  Bewegungsübergänge in ihrer natürlichen Abfolge.

Die sitzende Körperbelastung kommt noch früh genug und führt auch schnell zu Muskelverkürzungen (vor allem der Beinrückseiten und der vorderen Bauchmuskulatur).
Für das spätere Leben ist eine schöne Körperaufrichtung / Haltung und die Freude an Bewegung wichtig für die Erhaltung unserer Gesundheit.

Hierzu nun ein paar Tipps an dich
: Mit diesen Positionen auf dem Boden förderst du dein Kind in den gemeinsamen Spielzeiten
  • Bauchlage / Unterarmstütz z.B. beim gemeinsamen Vorlesen:
 bauchlage

Diese Position kräftigt den Schultergürtel und die Rückenmuskulatur sehr gut. Hier auf dem Bild sieht man, wie schön auch schon das kleine Kind den Kopf dabei hält. Später im Sitz verkürzt sich schnell die Bauchdecke. Daher rate ich auch größeren Kindern sich öfters beim Lesen oder im Spiel auf den Bauch zu legen (als Ausgleich!)

  • Sitz auf deinen Oberschenkeln (oder einem Oberschenkel zu dir blickend):
bauch
Wenn du dein Kind auf deine Oberschenkel (wie beim Hoppe-Hoppe-Reiter) oder auch seitlich auf ein Bein von dir setzt, kannst du seine Körperspannung durch Beinbewegungen von dir kräftigen. Es muss nämlich mit dir in Bewegung bleiben und sich stabilisieren, dass es nicht runterfällt.

Tipp: Halte es zunächst fest am Rumpf und steigernd bei mehr Sicherheit nur noch locker an den Händchen.
  • Langsitz/ „O“-Sitz:
Langsitz

Wenn Kinder zum Krabbeln kommen, setzen sie sich anschließend gerne zurück (über den Seitsitz) zum Langsitz. In diesem Sitz ist die Dehnfähigkeit der Beinrückseiten mit gestreckten oder auch zum „O“-gerundeten Beinen bei  aufgerichtetem Oberkörper für uns Erwachsene sehr beeindruckend! Denn „wir Großen“ haben durch das viele Sitzen diese gesunde Flexibilität des Körpers verloren. Daher sollte man möglichst lange ein Kind so positionieren, damit diese besondere Dehnfähigkeit lange erhalten bleibt.
Tipp: Setze dein Kind in den Langsitz (mit seinem Rücken zu dir gewandt) zwischen deine gekrätschten Beine und spielt dabei euer Spiel z.B. Puzzle oder Duplo...oder schaut gemeinsam ausgiebig ein Bilderbuch an (z.B. ich sehe was, was du nicht siehst)
xcf         dsd       fgfdg

  • Schneidersitz:
Schneider

Der Schneidersitz fördert die Aufrichtung der Wirbelsäule, weil die Beinposition das Becken mehr nach vorne kippen lässt. So fällt es ihnen leichter sich gerade zu stabilisieren. Auf einem Stuhl dagegen kippt das Becken schnell nach hinten und folglich zu einer belastenden Wirbelsäulenrundung. Ohne Rückenlehne muss es sich zusätzlich besser aufrichten!

  • Fersensitz:
 Fersen

Setzt sich das Kind auf seine Fersen (mit geschlossenen Beinen), so hat es eine geringe Auflagefläche auf dem Boden. Es muss sich mit seinem Rumpf kräftig gegen die Schwerkraft aufrecht halten. Der Fersensitz ist eine gute Spielposition, um auch schnell weiter zum Kniestand / Stand zu kommen (Beinkraft!)

Viele schaffen diese Position nicht lange und rutschen dann folglich aufgrund von Rumpfmuskelschwäche in den sogenannten „Zwischenfersensitz“ ( „W“-Sitz) ab. Der Po sitzt dabei mittig neben den nach innenrotierten Beinen. Eine sehr ungünstige und für alle Gelenke der unteren Extremität sehr belastende Position! Abgesehen davon, dass durch diese breite („W“-) Sitzbasis weniger Muskelkraft abverlangt wird.

zwischen

Tipp: Korrigiere deinem Kind diesen „W“-Sitz immer wieder oder fordere es verbal dazu auf (vorausgesetzt es versteht das schon!), z.B. „Verstecke bitte deine Fersen unter deinem Po“. Oder ziehe es über die Seite (über den Seitsitz ) zurück zum Langsitz mit den Beinen nach vorne. So bleibt es aktiver, gedehnter und nimmt seine Beine und Füße im Blickfeld besser wahr!

Schöne Weihnachts- und Spielzeit, eure Meike

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