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Tipps vom Physiocoach Meike

Braucht ein Baby ein Kopfkissen: Ja oder Nein?

Dieses Thema wird sehr kontrovers und häufig diskutiert!
Auch muss man genau hinsehen, über welches Kissen (Höhe/Größe) man diskutiert!
Die meisten Kinderärzte und Hebammen haben häufig eine klare Meinung: „NEIN“!
Sie beraten, dass das Bettchen frei von jeglichen Kissen, Spielzeug und Kuscheltieren sein soll, damit die Atemwege frei bleiben im Schlaf. Beim Schlafen könnte sich dein Baby auch umdrehen (weiter über die Seite auf den Bauch) und dann das Gesicht vielleicht nicht von einem Kissen abheben können, um weiter genug Luft zu bekommen. Deshalb werden auch die innengelegenen Gitterbettausposterungen (Bettnestchen) meist nicht empfohlen. Hier ist allgemein die Erstickungsgefahr die große Sorge!

Aus meiner physiotherapeutischen Sicht kann ich die Sorge zwar verstehen, aber mir ist es ein großes Anliegen, auch die Vorteile (die viele meiner Kollegen mit mir teilen!) hier zum „Thema Kissen/ richtige Lagerung“ zu beschreiben:
In der Nacht, wenn du eine lange Zeit keine Kontrolle über die Schlafposition deines Kindes hast, sollte man auf Sicherheit setzen und kein Kissen unterlagern.
Am Tag jedoch, hat dein Baby immer längere Wachphasen in der Rückenlage und ihr zwei verbringt viele Alltagsmomente stets gemeinsam, z.B. im Spiel, beim Spazieren gehen oder bei der Pflege auf dem Wickeltisch. Hier wäre unter deiner Aufsicht die Unterstützung mit einem kleinen, flachen, optimal für den Babykopf geformten Kopfkissen ideal.

Der kindliche Kopf und auch die Wirbelsäule bekommen so einen besseren, mittigeren Halt. Denn normalerweise ist der Kopf der kleinen Babys im Schlaf sehr stark in der sogenannten „Fechterstellung“ zur Seite gedreht (im Idealfall zu beiden Seiten gleich oft) abgelegt. Dein Kind liegt somit in wachen Momenten nicht überstreckt und gedreht, sondern gerade mit einem verlagerten Druckpunkt am Hinterkopf auf dem Kissen auf. Diese Entlastung tut jedem Babyköpfchen gut und erhält oder therapiert sogar eine schöne, runde Kopfform.
Ein weiterer Vorteil ist auch, dass dein Baby eine veränderte Wahrnehmung durch die leichte Kopferhöhung bekommt. Es nimmt die Dinge vor sich und um sich herum viel besser wahr. Gleichzeitig kann es leichter und schneller seine Kniee oder sogar schon seine Füße erreichen und mit ihnen spielen. Dies fördert zusätzlich auch die Kräftigung der vorderen Bauchmuskulatur, die meist im Verhältnis zur Rückenmuskulatur (häufig vermehrte Überstreckungstendenzen bei Säuglingen!) eher zu schwach ist.

Ich empfehle in meinen Beratungen auf jeden Fall tagsüber öfters mit so einem speziellen Kissen den Druckpunkt zu verändern – ich gebe also ein „JA“ am Tag!
Auch sollte man tagsüber die Lagerung „Seitenlage“ – rechts und links gleichmäßig verteilt – zwischendurch anbieten, damit es nicht doch zu einer Schädeldeformation der noch sehr weichen Schädelknochen durch die überwiegende Rückenlagenposition kommen kann. Probiere aus, ob dein Baby die Seitenlage ebenfalls mit einem druckentlastenden Kissen akzeptiert!?

Früher habe ich viele Babys mit Schädeldeformationen, mit Asymmetrien und sogar Gesichtsasymmetrien behandelt. Das sind keine angeborene, sondern „erworbene“ frühkindliche Entwicklungsauffälligkeiten, die man eigentlich mit guten Lagerungsmaterialien und gutem Handling vermeiden kann!

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