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Wildweibchen

Muttermilch abpumpen

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Wie die meisten von uns wissen ist Muttermilch die beste Erstversorgung für unsere kleinen Lieblinge. Sie hat immer die Ideale Zusammensetzung und kann Leisten was kein Produkt aus dem Warenregal fertig bringt.

Aber aus den verschiedensten Gründen wollen oder müssen wir die Milch abpumpen.
Sei es das wir sehr früh wieder arbeiten gehen, Papa auch gerne die fütterung übernehmen möchte, endlich mal wieder ein Mädels Abend ansteht, wir nicht stillen wollen oder können, das Kind sich ohne uns im Krankenhaus befindet etc..

Wenn man nur sehr selten abpumpen muss langt eine Handpumpe oder man streicht dir Brust aus, was ein wenig Geschick benötigt. Ansonsten lohnt sich ganz klar eine Elektrische Milchpumpe.

Unsere Tochter ist ein extremes Früchen und musste sehr lange im Krankenhaus liegen.
Als ich nach dem Notkaiserschnitt in mein Krankenzimmer gebracht wurde bekam ich ein Zettel in die Hand gedrückt und eine Medela Symphony (die in Deutschen Krankenhäusern und Apotheken meist verwendete Pumpe) hingestellt.
Nicht gerade die feine Englische Art, ich hoffe das es in den meisten KH netter abläuft.
Das man richtig eingewiesen wird oder sogar eine Stillberaterin zur Seite gestellt bekommt.

Auf dem Zettel wurde das nette Gerät erklärt (Im Grunde nicht schwer, die meisten Pumpen erklären sich fast von selbst), wie lange man wie wie oft pumpen soll, die Brusthygiene (wird je nach KH unterschiedlich Ernst genommen), ein paar kleine Tipps und es gab ein nettes Bildchen wie man vorher die Brust massieren soll. Sicherlich findet man im Netz ähnliches.
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Und hier jetzt zu meinen Erfahrungen, die ich selber gemacht habe oder andere Mamas.

Zum einen sollte man sich nicht immer auf solche Zettel versteifen, sondern vor allem auf seinen Körper hören, kein „O Gott, ich muss die Seite jetzt so lang und die so lange und exakt nach so viele Std. wieder, Hilfe wo ist eine Uhr, etc.“
Hier haben sich viele am Anfang selbst ganz schön unter druck gesetzt,
genauso mit der herauskommenden Milchmenge „Es ist so wenig, es muss mehr sein“.

Meine wichtigsten Tipps.

- Versucht euch, wie beim stillen, so entspannend und ordentlich wie nur möglich hinzusetzten. Gerade, evtl. mit einem Kissen im Rücken, die Füße auf dem Boden oder irgendwo dran gestützt.
- Auch der Raum sollte wenn möglich eine angenehme Temperatur haben.
- Brust Massage ist gut, gerade am Anfang, aber kein absolutes muss. Hier sollte jeder nach seinen Empfinden agieren, ein wenig kneten wäre z.B. auch ok.
- Die Brust erwärmen, mit einem warmen Waschlappen, ein wärme Pad, oder einfach nur warmen Händen. Am Idealsten wäre natürlich direkt davor eine heiße Dusche.
- Lieber wenn möglich, gerade am Anfang, öfters kurz Pumpen, anstatt selten lange. Kein ich muss jetzt unbedingt die Flache voll bekommen.
- Meist wird empfohlen ein Bild vom eigenem Kind beim pumpen anzuschauen.
Ganz ehrlich, auch wenn es jetzt gemein klingt, das hat mir gar nicht geholfen. Das muss jeder für sich selbst testen.
- Schön ist es wenn man direkt neben seinem Kind abpumpen kann oder es evtl. dabei auf dem Arm hat. Leider nur selten in den KH möglich, meist gibt es extra Stillzimmer.
- Babygeschrei empfand ich da schon als hilfreicher als ein Bild, aber auch anstrengend.
Gerne aus dem Netz was heraussuchen.
- Aber das aller Beste: Musik!
Kopfhörer auf, Lieblingsmusik an und versuchen für ein paar Min. an nichts zu denken!
- Massage, gönnt Euch mal etwas zwischendurch, das tut Euch und Eurem Körper gut.
- Habt immer etwas zu trinken zur Hand, evtl. auch Knabbereien.
- Besorgt Euch ein zweites Pumpset, man bekommt mittlerweile mit der Leihpumpe nur eines. Außer Zwillingmamas
- Es gibt extra Pump-BHs, damit man die Hände frei hat. Ich finde teuer und unnötig. Ein einfacher günstiger Still BH (z.b. H&M) tut es auch. Einfach festklemmen.
- Da auch Nachts ein Abpumpen wichtig ist lohnt es sich hier am Anfang den Wecker zu stellen, bevor es unangenehm wird.
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Im Netz findet man unterschiedliche Informationen zur Lagerung und Haltbarkeit.

Gerade bei den Früchen achten die Schwestern sehr genau darauf das frische Milch nicht älter als 24 Std. alt ist. Bitte darauf achten das die Kühlkette möglichst nicht unterbrochen wird.
Milch die sehr bald gefüttert wird muss nicht direkt in den Kühlschrank, sollte aber auch keinen hohen Temp. ausgestezt werden.
Einfrieren ist kein Problem, es müssen aber keine Unmengen sein.
Auch eine zulange Lagerung empfehle ich nicht, selbst wenn sie dann noch Haltbar ist.
Muttermilch verändert sich ständig, innerhalb weniger Wochen haben unsere Babys wieder andere Bedürfnisse. Meine Tochter schmeckte dann auch das es nicht die aktuelle Milch ist und wollte nicht trinken.

Tipps zum einfrieren und Transport.

- Nicht im Tiefkühlfach des Kühlschranks, die haben zu wenig Leistung.
- Wenn Euer Kind im Krankenhaus liegt bekommt Ihr extra Fläschen, ansonsten gehen alle anderen handelsüblichen Milchfläschen auch.
- Es gibt extra Muttermilchbeutel (Manche KH akzeptieren auch diese) zum platzsparendem einfrieren. Ich habe eine entsprechend große Plastikbox genommen, damit die Teile nicht Wild im Kühlfach herumliegen und die Form sich gut hält. Oder in einen großen Gefrierbeutel mehrere einpacken.
- Praktisch aber teuer sind die Medelabeutel die man direkt anhängen kann.
Geht aber mit etwas Geschick und Tesafilm auch mit anderen Beuteln!
Nachteil ein umständliches halten und man muss vorsichtig sein.
- Die Beutel soll man möglichst Luftdicht verpacken. Was nicht immer einfach ist. Ich habe den beutel an der Tischkante vorsichtig entlang gezogen.
- Nicht jeder hat eine kleine Kühltasche zum Transport und nicht zu jeder Jahreszeit bekommt man diese Kostengünstig, genauso wie Kühlakkus. Kühltaschen aus dem Supermarkt oder der Apotheke tun es auch, evtl. zwei übereinander. Anstatt Kühlakkus, leere Flaschen oder Tetrapaks mit Wasser füllen und einfrieren.
- Wenn es dumm lief war ich ca. 2 Std. mit den Öffis unterwegs zum KH. Da das ganze schwer werden kann bevorzugte ich ein Rücksack. Aber am Rücken wird es schnell eisig kalt. Einfach Ein Stück Styropor oder mehrere schichten Pappe in den Rücksack dazwischen klemmen.
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Zu den Milchpumpen, die Medela symphony habe ich ja bereits erwähnt, wie ich finde auch eine der besten.
Sie ist die wahrscheinlich teuerste auf dem Markt, nichts was man sich mal eben so kauft.
Aber Gott sei dank gibt es viele Apotheken die diese verleihen.
Allerdings ist sie auch Groß und nicht gerade ein Fliegengewicht.
Wenn man viel unterwegs ist oder gerne Daheim eine eigene hätte gibt es verschiedene kleine Modelle. Die meisten mit Kabelanschluss und Batterie, was sehr vorteilhaft sein kann.
Auch empfehle ich ein Doppelpumpset, es ist einfach schneller und praktischer beide Brüste zusammen abzupumpen.
Getestet habe ich noch die Ardo Carum (fürs KH) und die Lansinoh Doppelpumpe (meine eigene).
Ich denke von allen drei Marken (und sicherlich auch von anderen) sind die verschiedensten Modelle alle gut, natürlich hat jede seine Vor- und Nachteile.
Was man möchte muss also jeder selbst wissen, da wir alle verschiedene Ansprüche haben.
Aber viel unterscheiden tuen Sie sich alle nicht.
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3 Kommentare
2018-02-28T09:34:59Z
  • Mittwoch, 28.02.2018 um 10:34 Uhr
Bitte, das freut mich sehr.
Auch ich als Erstlingsmama, und dann noch viel zu früh (kaum zeit zum Vorbereiten), stand vor vielen Fragen.
Da ich aber von Natur aus ein recht realisticher und gelassener Mensch bin, viel mir diese besondere Situation allerdings nicht so schwer wie vielen anderen Mamas. Man bekommt im KH sehr vieles mit.
Wenn jemand noch Fragen hat, ich versuche Sie gerne zu beantworten.
2018-02-28T09:24:51Z
  • Mittwoch, 28.02.2018 um 10:24 Uhr
Dein Tutorial ist einfach nur toll! Gerade einer (baldigen) Erstlingsmama wie mir, helfen diese Infos richtig gut. Danke dir!
2018-02-28T09:00:45Z
  • Mittwoch, 28.02.2018 um 10:00 Uhr
Super detailliert beschrieben, vielen Dank!

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