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Hebamme Lioba

Zufütterungstechniken für gestillte Säuglinge



  • In manchen Fällen kann es sein, dass - obwohl Stillwunsch seitens der Mutter besteht – es dem Säugling (noch) nicht möglich ist (ausreichend oder ausschließlich) durch das Stillen an der Brust auf eine ausreichende Nahrungsmenge zu kommen.
  •  Manchmal ist eine Zufütterung von (zusätzlicher) Nahrung (abgepumpter Muttermilch oder Formularnahrung) indiziert.
  • Gründe können beispielsweise auch eine räumliche Trennung von Mutter und Kind durch stationäre Krankenhausaufenthalte beider in unterschiedlichen Krankenhäusern oder Fachabteilungen sein. 
  • Manchmal besteht auch ein Problem des Milchtransfers bei ausreichender Milchmenge der Mutter, wenn z.B. das Kind (noch) saugschwach oder wenig ausdauernd ist oder anatomische Besonderheiten seitens des Kindes dem effektiven, ausschließlichem Stillen (noch) im Wege stehen.
  • Einige der Methoden können außerdem eine Zeit überbrücken, in der die Milchmenge nach oben hin korrigiert werden soll.

Zufütterung kann erfolgen entweder an der Brust oder nicht an der Brust

Zufütterungstechniken - an der Brust

1. An der Brust durch Spritze mit Nahrungssonde (auf der Brust fixiert) oder mit Brusternährungsset   
Zufütterungsmethode erster Wahl, da sie das Stillen am wirkungsvollsten unterstützt!

Vorteile:
  • Stimulation und Steigerung der Milchmenge keine Störungen des Saugmusters (Bewegungsabläufe bleiben identisch)
  • Spritze und Sonde sind preisgünstig zu erwerben
Nachteil:
  • erfordert am Anfang etwas Übung
Zufütterungstechniken - nicht an der Brust

1. Handelsüblichen Säuglingsflasche

Vorteile:
  • einfach erlernbar für die fütternde Person
  • bekannt und verbreitet
Nachteil:
  • Kind kann sehr leicht eine Saugverwirrung bekommen, da sowohl die Saugtechnik als auch der Ablauf der Milchdurchflussrate zwischen Flasche und Brust sehr unterschiedlich sind
2. Mit Becher, Löffel, Medikamentenschiffchen

Vorteile:
  • kleine Nahrungsmengen können direkt durch Brustmassage auf bzw. in das Gefäß gewonnen werden und es bleibt keine Menge im Pumpset oder in der Säuglingsflasche hängen (weniger Milchverlust im Gefäß)
Nachteil:
  • keine Befriedigung des Saugbedürfnisses möglich
  • bei unsachgemäßer Anwendung besteht Verschluckungsgefahr (nicht die Flüssigkeit ins Kind kippen, sondern aktiv lecken lassen!)
3. Mit Fingerfütterung mittels Spritze mit Nahrungssonde (am Finger fixiert) oder Fingerfeederaufsatz (Silikonfütteraufsatz)

Vorteile:
  • gute Koordination von Saugen, Schlucken und Atmen möglich
  • Training eines wirksamen Saugmusters
Nachteil:
  • besonders bei flachen Brustwarzen der Mutter irrtümlich, falsche Prägung auf harten Finger möglich
weitere Ausführliche Informationen findet man bei der Nationalen Stillkommission unter dem Link:
https://www.bfr.bund.de/cm/343/zufuetterungstechniken-fuer-gestillte-saeuglinge.pdf

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