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Tipps vom Physiocoach Meike

Nach der Lauflernphase: So wird dein Kleines in Bewegung immer sicherer!

„Alle gesunden Kinder erlernen das Laufen“, sagt man so einfach 💁! Doch jedes Kind hat  sein eigenes Lerntempo und jedes durchläuft die einzelnen Motorikschritte (Robben, Krabbeln / Sitzen, Hochziehen, seitliches Gehen, …) dabei unterschiedlich in der Länge und der Intensivität dieser Lernphasen (variiert durch Vorlieben, Charaktere, Angebote, …).  Die meisten fangen „selbstständig“ ohne Hilfe mit 13 – 15 Monaten an zu gehen. 

Die Kinder, die sich jedoch ganz in Ruhe bis zu 20 Monaten Zeit nehmen, werden dadurch erfahrungsgemäß keine Nachteile haben. 

Wichtig ist immer die Qualität der erlernten Bewegungen – nicht die Quantität!!! Mit anderen Worten: Ein ausgiebiges Bewegungstraining aus den „unteren Lagen“ macht fit für den „Weg nach oben“ und schont auch noch ein bisschen das noch so instabile Skelettsystem. Also, bitte entspannt die Entwicklung des eigenen Babys mit notwendiger Geduld genießen (der Arzt hat bei den U-Untersuchungen alles im Blick!). 

Um gut und sicher in Bewegung zu kommen brauchen Kinder auf jeden Fall einen möglichst abwechslungsreichen Bewegungsraum im Familienalltag. Denn nur so können sie ihre körperlichen Fähigkeiten voll entfalten, lernen Gefahren und auch ihre eigenen Grenzen kennen. Vor allem aber auch ihren Körper wahr zu nehmen und zu kontrollieren. Die größte Herausforderung beim Laufenlernen ist das Gleichgewicht zu halten, ohne sich festhalten zu müssen.

Wie schwierig es ist, ins Laufen zu kommen, habe ich bereits in meinem Expertenrat Teil 4:Der motorische Weg zum freien, selbstständigen Laufenlernen beschrieben.

Fakt ist: Beim Gehen braucht dein Kind viel Mut seinen Körperschwerpunkt nach vorne  und dabei das Körpergewicht von einem Bein auf das andere zu verlagern. 

Genau zu diesem „fortgeschrittenen Lauflerntraining“ möchte ich diesmal ein paar Tipps geben, dass dein Kind sich bald auch drehen und wenden kann, ohne dabei immer wieder auf den Popo zu plumpsen oder deine Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. 

Denn so selbstbewusst wie sich dein Kind beim Spielen und Bewegen von Anfang an entwickelt, so engagiert wird es auch weiter im Leben Dinge ausprobieren und sich neuen Herausforderungen, ohne Zurückhaltung und Ängste, stellen. 

Wichtig vorweg: Übungen aus der Krabbel- und Standzeit sind weiterhin erwünscht!

Versuche im gemeinsamen Handling weiterhin die Aufmerksamkeit auf die einzelnen Körperteile deines Kindes gezielt zu lenken und benenne diese, z.B. die Füßchen (massieren, Liederreime singen, malt die Grundrisse auf Papier auf und malt diese aus, …) während des Spielens. So lernt dein Kind seine Körpergrenzen und Glieder bewusster kennen und bekommt ein deutlicheres „Körperbild“ von sich selbst!  

Weiterhin sind alle Balanceübungen aus dem Sitz und Stand ratsam, denn in diesen Motorikstufen fühlen sie sich bereits sicherer. Zum Beispiel: Wackelige Spielgeräte, wie z.B. Rodi-Hüpftier oder Schaukeltiere (auch kreativer und abwechslungsreicher) nutzen. 

Oder auch das freie Aufstehen und Setzen von einem Kinderstühlchen üben, sowie das Aufheben von Gegenständen mit und auch ohne Festhalten. 

Nach den ersten eigenen Schritten:

 „Balance-Übungen & Spiele“ für ein koordiniertes Laufen: 

(vorerst mit Hilfestellung – später „alleine“ probieren lassen; Kreativität ist hier gefragt!)

  • Langsames und schnelles Gehen im Wechsel
  • Abwechselnd kleine und große Schritte gehen
  • Mal auf den Zehenspitzen und mal auf den Fersen stehen (und später auch gehen)
  • „Stoppgehen“ spielen (= abruptes Stehenbleiben üben in der Vorwärtsbewegung)
  • Lautes Stampfen und leises Schleichen probieren („Elefanten & Indianer“)
  • Auf einer geraden Linie gehen, oder „Gänsefüßchengang“ probieren 
  • Zwischendurch mal seitlich und mal rückwärts gehen (wichtig beim Türöffnen!)
  • Gehen auf verschieden festen Untergründen (Wiese, Sand, Kies, Unebenheiten); mal barfuß (evtl. „Fühlweg“ mit versch. Materialien ) und auch mit Schuhen
  • Übe das Gehen auf Schrägen und kleineren Mauern – rauf & runter (erste Kletterübungen draußen)
  • Freies Gehen über kleinere Erhebungen, z.B. über dünne Matten oder Straßenkanten
  • Erste Kickübungen: Im Gang z.B. kleine Bälle oder Steinchen wegkicken
  • „Seifenblasentanz“: Kind fängt frei nach deinen (produzierten) Luftblasen
  • „Luftballontennis“: Ein Luftballon hängt an einer Schnur befestigt von der Decke (oberhalb des Kopfes vom Kind), so dass es mit einem Kochlöffel danach bewegen kann. 
  • U.v.m. …

Spielerisch übt dein Kind nun in dieser „Laufzeit“ immer kompliziertere Bewegungsabläufe ein. Diese brauchen Zeit und sollten von dir möglichst nicht gestört werden (nur bei Wunsch nach Hilfe)! Nach den ersten Lauferfahrungen drinnen, kann es nun auch nach draußen gehen! Auf Spaziergängen durch die Natur kann es sich nun sicher bücken, strecken und drehen wie es möchte. Erste Kletterübungen werden dann bald schon ab ca. 1,5 Jahren gemeistert und erstes Hüpfen gelingt meist ab 2,5 Jahren. 

Der Spielplatz kann nun erobert werden!

Aus meiner physiotherapeutischen Erfahrung: Erst mit ca. drei Jahren ist das Gleichgewicht mit den dazugehörigen, koordinativen Fähigkeiten bei gesunden Kindern so weit ausgereift, dass sie sicher gehen, rennen und hüpfen können. 

Viel Spaß dabei, alles laufend ausprobieren zu dürfen! Eure Meike💁

Hier geht es zu passenden Themen:

Wann läuft mein Baby endlich?

Bewegungsfördernde Spielangebote für dein Kind im Kleinkindalter

„Wann sollte ich meinem Kind die ersten Schühchen kaufen?“


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