Unsere Webseite verwendet Cookies. Wenn Du auf unserer Webseite weitersurfst, stimmst Du dieser Verwendung zu.   Mehr erfahren...
Zustimmen
Tipps vom Physiocoach Meike

Wie vermittele ich meinem Kind Bewegungsfreude!?

Ein „aktives Familienleben“ fördert das Körperbewusstsein eines Kindes von Anfang an!

Wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere (Jahrgang 1971!), dann denke ich überwiegend an lange Spielnachmittage draußen mit meinen Freunden zurück. Kein Baum und keine Mauer war uns zu hoch. Wir sprangen mit hochrotem Kopf Hinke-Kästchen und Gummitwist, wir spielten Verstecken nach unseren Regeln und eigentlich war unserer Nachbarschaftsrevier ein einziger, großer Abenteuerspielplatz. Oft kamen wir mit grünen Knien oder mit zerrissenen Hosen nach Hause! Blaue Flecken inklusive!!!

Selbst bei schlechtem Wetter wurde es uns drinnen aber auch selten langweilig. Wir bauten Buden aus allem, was wir dazu in die Hände bekamen. Wir spielten kriechend mit Murmeln auf dem Boden und schlitterten auf rutschigen Socken über das Wohnzimmerparkett, ähnlich wie auf einer Eislauffläche. Irgendwie hatten meine Eltern keine Angst vor Verletzungen unsererseits, denn ich lernte auch ohne Sturzhelm das Schlittschuh- und Rollerskatefahren.

Heutzutage sieht so ein Tagesablauf eines Kindes leider deutlich „inaktiver“ aus. Dies erkennt man auch daran, dass man leider immer weniger Kinder spielend auf der Straße sieht.  Kindergarten- und Schulkinder werden häufig schon für Kurzstrecken mit dem Auto abgeholt und nach der Mittagsruhe / den Hausaufgaben dürfen viele Kinder „als Belohnung“ vor den Fernseher oder mit dem Computer (sitzend!) spielen 😔 

Willkommen in der digitalen Welt!

Höchste Zeit, diese (für den wachsenden Körper) negative Entwicklung für sich selbst kritisch in Frage zu stellen und zu überlegen, wie man seinem Kind ein gutes Körpergefühl / Körperbewusstsein durch Bewegung vermitteln und aktiv vorleben könnte.

In der Regel haben aktive, lebhafte Kinder auch sportliche und bewegungsfreudige Eltern!

Eltern, die eher weniger Spaß an der Bewegung oder an sportlichen Aktivitäten haben, sollten möglichst versuchen, diese Bewegungsfreude in ihren Kindern zu entfachen. Gemeinsame sportliche Aktivitäten (Familienhobby? Auto mal stehen lassen und zu Fuß oder mit dem Fahrrad fahren?) und die Teilnahme in einer Spiel-/ Krabbel/- Frühmotorikfördergruppe, oder eine Sportart im Verein trägt sicherlich zur Freude an Aktivität und zur körperlichen Sicherheit (Gleichgewicht, Koordination, Stabilität,…) bei. 

safdsaf

Kinder lernen in den ersten Lebensjahren am meisten von ihren vertrauten Bindungspersonen. Diese Vorbildfunktion darfst du nicht unterschätzen und das Feedback deiner / eurer Emotionen bei körperlicher Aktivität nimmt euer Kind bewusst wahr. Es hat schnell Spaß, wenn du / ihr Spaß habt. Ihr, als Eltern, seid nun maßgeblich für die Bewegungsfreude und das körperliche Wohlbefinden eures Kindes zuständig. 

Vormachen – Nachmachen, Ausprobieren – Experimentieren, sich auch mal stoßen; Kleinere Verletzungen oder kleine Stürze gehören eigentlich in der Motorikentwicklung dazu! 

Nur so lernt eurer Kind mit kleineren Misserfolgen umzugehen, sein Körperbild von sich selbst zu erfahren und sein Selbstbewusstsein durch die zunehmend, körperlichen Fähigkeiten aufzubauen. Man sollte sein Kind nicht „in Watte packen“, denn leider lernen Kinder überwiegend aus negativen Erfahrungen. Nach dem Motto: „Beim nächsten Mal passiert mir das nicht mehr!“ „Guck mal, dass schaffe ich schon alleine (ohne Hilfe)!“

Aus physiotherapeutischer Sicht:

Diese körperliche Sicherheit / Fitness ist ganz entscheidend in den ersten sechs Lebensjahren, denn hier werden die koordinativen Bewegungsabläufe maßgeblich geprägt und ihm Gehirn abgespeichert. Der Körper kann nun „geschickt, zielgenau und fein abgestimmt“ agieren und reagieren (motorische Sicherheit!).

Ein gutes und sicheres Körpergefühl motiviert einen Menschen sich viel zu bewegen. Freude an der Bewegung tut Körper, Geist und Seele gut – ein Leben lang!!!

Aktivitätsförderung – kurz & knapp: 

(für zwischendurch, auch auf Fahrten & Reisen)

Schau ganz unten dazu die passenden Themen meiner bisherigen Beiträge!!!

Neugeborene: Ausgiebiges Strampeln in der Rückenlage mit erhöhtem Popo kräftigt die Bauchmuskeln; Angebot Bauchlage (ab ca. 3. Woche) zum Erlernen der Stützaktivitäten (langsam steigernd); Gute Lagerungen wichtig - Autositzschalen nur im Auto, keine Wippe und zu langes Tragen im Tuch / Trage (noch keine Stabilität)

Babys: Gemeinsamer „Spielplatz“ sollte nun der Fußboden sein! Kein Motorikschritt vorwegnehmen z.B. zu frühes Hinsetzen ( Gehfrei, Türhopser, o.Ä.!); Dein Baby muss selbst und ausgiebig den Weg „nach oben“ trainieren; Intensives Krabbeln wäre wünschenswert (Rumpfkraft); Babyschwimmen ab stabilem Gesundheitszustand (?); Babygruppen motivieren zur Bewegung.

Kleinkinder: Sobald das Kind laufen kann, sollte die Ausdauer dabei gesteigert werden (immer längere Strecken versuchen); Aufpassen auf gute Spielpositionen (Vermeidung Zwischenfersen-Sitz); Feinmotorische und grobmotorische Spielangebote bereichern das aktive Leben eines Kindes (u.v.m.); Viel auf Spielplätze gehen; Zeit des Laufrad-Dreirad-Roller-Lernens; Eltern müssen nun viel Geduld haben damit komplexe Bewegungsabläufe bis zum Ende ausprobiert werden dürfen (z.B. Mauerklettern).

Schulkinder: Jetzt braucht es einen körperlichen Ausgleich zu dem vielen Sitzen! Als Ausgleich öfters mal ein Buch im Bauchlagenstütz anschauen (Bauchdecke strecken!); Raus in die Natur; Mehr das Fahrrad nutzen; Sportverein; Unausgelastete Kinder (& vor allem ADHS-Kinder) bekommen durch körperliche Anstrengung ein gutes Körperempfinden und Entspannung! Traditionelle Bewegungsspiele in der Gruppe fördern auch das wichtige Sozialverhalten. 

Größere Kinder: Meist wissen sie selbst, was ihnen gut tut. Sport wird hoffentlich immer ein Thema bleiben! Längere Spaziergänge werden sogar als „schön“ empfunden (z.B. Motivator Hund?); Erste selbstständige Dehnübungen bei Verspannungen / Rückenschmerzen (Gesundheitsempfinden ist da! Ernährung!?)

Der bekannte Schriftsteller und Kinderpsychologe Jan-Uwe Rogge, plädiert für die Förderung von Bewegungsfreude in der kindlichen Entwicklung. Er ist Experte für Kindererziehung und motiviert Eltern in seinen Büchern und Vorträgen unteranderem auch für ausreichende Bewegungsangebote. Dabei rät er zu wichtigen, familiären Bewegungsritualen (individuell, z.B. Fahrradtouren, Schwimmbad am Wochenende,…), die Kinder für eine gute körperliche Entwicklung brauchen. Über die Art und Weise sollen die Kleinen mitbestimmen dürfen. Für welches sportliche Hobby sich später ein Kind entscheidet, sollte ebenso eigenverantwortlich ausgewählt werden (Eltern und das Angebot Vorort haben natürlich darauf Einfluss).

Genauso wichtig für die Gesamtentwicklung eines Kindes sei aber auch ausgiebige Zeit für Entspannung, Rückzug und Tagträume 😜.

Viel Bewegungsfreude mit euren Kids, Meike 🙋

Hier geht es zu passenden Themen:

Spielanleitung für Babys im ersten Lebenshalbjahr

Handling: "Auf dem Wickeltisch" - spielerische Übungen und gemeinsame Kommunikation

Bewegungsfördernde Spielangebote für dein Kind im Kleinkindalter

Haltungsfördernde Positionen für dein Kleinkind beim Spielen und Vorlesen!

Produkte

Speichern Abbrechen
Hat Dir dieser Beitrag geholfen?
  • Ja
  • Nein
4 hilft diese Antwort
Schreibe einen Kommentar

Dateianhänge
    😄