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Tipps vom Physiocoach Meike

Sprachentwicklung – von Anfang an!

Das Gehör deines Babys hat sich schon ab der 14. Schwangerschaftswoche ausgebildet. Die Gehörfähigkeit kann sich daher schon früh über die Wahrnehmung vieler Geräusche im Mutterleib entwickeln (Feinheiten werden im Laufe der Entwicklung weiter ausgebildet!). Von  Geburt an ist somit der Grundstein für „das spätere Sprechen“ gelegt. Denn nur wer hören kann als Neugeborener, wird auch eine normale Sprachentwicklung durchlaufen. Deshalb ist der frühe Hörtest, das sogenannte „Neugeborenen-Hörscreening“, so wichtig!

Tipp:
Beobachte und teste selber ( hin & wieder) sensibel das Hörvermögen deines Babys, indem du:
  • es von Anfang an nahe ansprichst (es lauscht auf deine Stimme / angenehme Töne und bildet allmählich eigene Laute)
  • es auch von der anderen Seite, bzw. von der dir-nicht-zugewandten-Seite, ansprichst
  • verschiedene Geräusche in seiner Nähe (rechts / links im Wechsel) erzeugst, z.B. mit einem Knisterpapier oder einer wohlklingenden Babyrassel (es hält anfangs nur inne und nach einigen Wochen dreht es schon sein Köpfchen zur Geräuschquelle)
  • wachsam bist, wie dein Baby reagiert auf unerwartete laute Geräusche (z.B. Türenknallen)
Laute, akustische Reize lösen gewöhnlich  den sogenannten „Moro-Reflex“ (Fluchtreflex) aus. Es gibt einige Kinder, die mit diesem Reflex sehr stark reagieren! Dieser wird in der Regel bis zum 6. Monat abgebaut!

Wichtig ist hier auch das langsame, korrekte Handling: Siehe hierzu das richtige Handling bei schreckhaften Kindern:


Aus physiotherapeutischer Sicht:

Alle Sinne deines Kindes sind vom ersten Moment an auf Empfang gestellt und du sendest mit jedem Handgriff, mit deiner Ansprache und mit jeder Geste Stimulationen aus (besonders wichtig für eine enge Bindung!).

So förderst du dein Kind von Anfang an und gleichzeitig entstehen im Gehirn wichtige Gehirnverknüpfungen (Synapsen). In der Therapie fördert man nicht nur die Motorik, sondern selbstverständlich auch die Wahrnehmung (taktil/ Eigenwahrnehmung/ Gleichgewicht = Körpersinne) eines Kindes. In der Bewegung erlernt sich somit das Kind adäquat zu spüren und zu koordinieren, wenn man diese Körpersinne anregt und stärkt.

Bei der Sprachförderung sind besonders die motorischen Lernprozesse über Mund / Hand / Fuß- Koordinationen wichtig zu erarbeiten (s. Google: Homunculus), denn diese hängen physiologisch eng in der Entwicklung zusammen. Über die Sensibilisierung dieser Körperteile kann das kleine Baby seine Umwelt am besten erkennen und verstehen lernen (= Sensomotorik).

Folgendes dazu ist interessant:
  • Mit den ersten feinmotorischen Handfertigkeiten beginnt das erste Lautieren ca. 3 - 4 Monaten)!
     = Hände und Mund wollen zusammen kommen, ertasten und spielen (orale Phase)
  • Mit der Aufrichtung auf die Füße beginnen die ersten aktiven Wortbildungen (ca. 9-10 Monat)!
     = Füßchen schaffen den Weg zum Mund, dann Sohlenkontakt beim Hinstellen, erste Wörter
Die Sprachentwicklung ist also abhängig von der Reifung der motorischen Körperkoordinationen.

sprache

Meine Tipps zur allgemeinen Sprachförderung:
Viel Körperwahrnehmung bieten!

Wichtig: Streicheln, Drücken, Wiegen und Rollen regen die Tiefenwahrnehmung deines Kindes an. Wenn sich dein Kind besser spürt, hat dies wiederum großen Einfluss auf seine Denkprozesse im Gehirn.

Das heißt, dass du durch Körperkontakt und Ansprache von Anfang an mehr Aufmerksamkeit deines Kindes erhältst und somit einen besseren Dialog / Sprachanregung  erhältst.
Beispiele: Halte seine Hände oder Füße fest bei der Ansprache oder lege deine Hand großflächig auf seinen Bauch, wenn du dein Kind ansprichst

Für später: zusätzlich zu verbalen Geboten / Verboten (z.B. „Halt“/ „Stop“/ „Nein“) ergreife seine Hand. Damit hört und spürt sich dein Kind gleichzeitig und bekommt so einen intensiveren Hinweis, was es tun soll (= Verstärkung seiner Körpersinne).


  • Nahe Ansprache in der Neugeborenenzeit (im 1. Monat kann es dich nur im Abstand von 20 cm sehen)
  • Sprachtherapeuten empfehlen einen roten Lippenstift zu benutzen. So kann dein Kind deinen Mund markanter sehen. Über das Beobachten deiner Mundbewegungen arbeiten Hirnareale im Sprachzentrum, die später für die Bildung erster Wortbildungen zuständig sind.
  • Spreche betont langsam und deutlich! Deine Stimme kann es schon erkennen!
  • Erzähle deinem Baby (obwohl es dich noch nicht verstehen kann) und beschreibe die Dinge, die du tust.
  • Freue dich über erste Lautbildungen deines Babys. Motiviere es und spiele ihm Mund-/ Zungen-/ Lippenbewegungen vor (Zunge rausstrecken, Kussmund machen, Lippenflattern, Pfeifen,...).
  • Die Melodie und der Rhythmus deiner Stimme bei Liedern und Wortreimen werden ihm schnell vertraut und es kann Sprache später leichter nachahmen ....u.v.m.
  • Im Kleinkindalter: Du solltest dein Kind verbal nicht überfordern (Vorsicht Trotzanfälle!). Warte stets Reaktionen ab und gib ihm Zeit! Fördere seine Kommunikationslust!!

Die Sprachentwicklung von Kindern verläuft sehr unterschiedlich. Bei dem einen Kind früher oder schneller und bei dem anderen später und mühsamer. Jedes gesunde Kind lernt sprechen! Je mehr sprachliche Unterstützung, Motivation und Bewegungsfreude es bekommt, desto leichter wird ihm der Spracherwerb fallen. Braucht es dennoch (vom Kinderarzt verordnete) therapeutische Unterstützung, so sind die Logopäden die Experten!

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