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Tipps vom Physiocoach Meike

Handmotorik: Die Entwicklung der Fingerfertigkeiten deines Babys

Ziemlich schnell nach der Geburt entdeckt dein Baby seine Händchen. Diese werden immer wieder zum Mund geführt und mit dem Mund ertastet. Dieses frühe Wechselspiel, die sogenannte „Hand-Mund-Koordination“ ist sehr bedeutend für die Entwicklung der Handmotorik: Der Mund ertastet die Hände und die Hände ertasten den Mund. In der frühen „oralen Phase“ wird also die Basis für die spätere Feinmotorik der Hände gelegt.
Das Greifenlernen ist nämlich ein hochkomplizierter Vorgang. Das frühe Wahrnehmen und Experimentieren mit den eigenen Händen führt dazu, dass sich die Zellverbindungen im Gehirn immer mehr ausprägen für das spätere, koordinierte Greifen.

Chronologische Entwicklungsschritte in der Handmotorik:
(individuell variabel; Unterstrichenes „sollte“ dein gesundes Baby in diesem Alter können!!)
  • Von Geburt an Hand-Mund/ Mund-Hand-Erforschung ohne Gegenstände (Spielsachen)
  • Hände greifen fest kleinen (möglichst weichen, leichten) Gegenstand mit der ganzen Hand und dieser wird sofort zum Mund geführt. Noch kein willkürliches Loslassen möglich (und wenn, dann nur zufällig)!
  • Mit ca. 3 Monaten sollte es Hände über der Körpermittellinie zusammenbringen können. (kräftigere Schultermuskulatur, erstes Stützen auf den Unterarmen in Bauchlage möglich!) Hände sind nun mehr geöffnet und deutlich kontrollierter. Beginn der eigenen Fingerspiele!
  • Drehungen im Unterarm (Hin- und Herdrehen der Hände) beginnt, so dass es in seine Handinnenflächen schauen kann. Es spielt ausgiebig mit seinen Fingerchen (erst Faust – nun geschicktes Fingerspiel). Zugreifen noch mit der ganzen Hand (ohne Daumen) = „palmares Greifen“.
  • Mit 6 Monaten sollte es Gegenstände von einer in die andere Hand übergeben können (Doppelhändigkeit). Es greift nach etwas mit einer Hand über seine Mittellinie zur anderen Seite (Drehauslösung!). Der Handgreifreflex (geschlossene Fäustchen) verschwindet (deutlich sichtbar beim Handwurzelstütz in hoher Bauchlage); Hände sind nun locker geöffnet! Erstes Greifen mit Daumen als Oppostion zu den Fingern. Im Vierfüßlerstand auf allen Vieren und bei den ersten Sitzübungen übernehmen die Hände immer mehr Stützaktivitäten (Gewichtübernahme /Festhalten).
  • Mit ca. 8 Monaten übt es das „willentliche Loslassen“ und entdeckt dies als Spiel (aufheben-fallenlassen...). Nun spielt es auch mit seinen Knien und Füßchen.
  • Mit 9 Monaten sollte es Gegenstände in einer oder mit beiden Händen gleichzeitig halten können und diese intensiv (mit Fingerbewegungen) taktil erforschen können. Nun zeigt es mit dem Zeigefinger isoliert auf etwas („da“).
  • Mit 12 Monaten sollte  dein Baby im sogenannten „Pinzettengriff“  (Daumen/ Zeigefinger- Zangengriff) greifen und selbstständig spielen können. Es kann nun einen Becher selbstständig beidhändig halten und trinkt daraus. Das Essen mit Löffel dagegen braucht noch viel Hilfe und Übung.

Diese erlernte Feinmotorik der Hände erweitert die Spielmöglichkeiten deines Kindes weiterhin enorm. Jeden Tag lernt es neue Fingerfertigkeiten nach seinen Vorlieben. Jedes lernt in seinem Lerntempo!

Die meisten können zum Beispiel:
Mit 1,5 Jahren kann es schon Türmchen mit Holzbausteinen bauen und erste dicke Malstifte halten.
Mit 2 Jahren kann es schon einzelne große Perlen auf einen Faden fädeln und sich teilweise alleine anziehen.
Mit 3 Jahren kann es eine Flasche öffnen und schließen, basteln und alleine Buchseiten umblättern... .

kinder

Interessantes zur Handmotorik:
Die Feststellung von einer Rechts- oder Linkshändigkeit kann man erst im späteren Kindergartenalter (zwischen dem 4. Und 6. Lebensjahr) klar zuordnen. Manche Kinder gebrauchen gerne beide Hände gleich viel oder je nach Angebot auch wechselseitig (nähere Hand zum Objekt greift eher!?).
Kinder brauchen Zeit und Muße, um ihre Handfertigkeiten vor allem im Spiel zu entwickeln. Das motorische Lernen erfolgt durch Nachahmung und durch die Chance, alles selbst zu erfahren und ausprobieren zu dürfen.

Turm   greif       softball    würfel
Mein Tipp für geschickte Händchen:
Lass deinem Baby und Kleinkind bitte für die Entdeckung seiner Händchen und für die Entwicklung des Greifens sehr viel Zeit. Seine Händchen mit den Fingern und ihren vielen, kleinen Gelenken, den kleinen Muskeln und Sehnen sind mit vielen wahrnehmenden Sensoren ausgestattet. Durch intensives Hantieren / Erforschen seiner eigenen Hände werden hier die Verbindungen zum Gehirn aktiviert, die für spätere feinmotorische Leistungen der Hände von großer Bedeutung sind.
Wichtig: Ein Baby muss mehr lernen, als nur das Zugreifen von Gegenständen!
Es sollte zuerst seine Hände mit dem Mund und den Augen ausgiebig erforschen.
Es muss seine Händchen spüren und koordinieren lernen.

Praktische Übungen helfen dabei - Beispiele:
  • Wahrnehmung der Händchen durch halten, drücken/ kneten von dir, thermische Reize (warm/kalt)...
  • Handmassagen (Streichungen, vorsichtige Knetungen der Händchen incl. Schultern/Arme)
  • Eigenwahrnehmung der Babyhände durch geführte Bewegungen Hand-Hand/ Hand-Körper...
  • Altersentsprechendes, anregendes Spielzeug und Gebrauchsgegenstände motiviert die Bewegungs- und Experimentierfreude
  • Gemeinsame Fingerspiele / Lieder über „Hände“, wie z.B. Zehn kleine Zappelmänner.../Klatschen
  • Handfertigkeiten vormachen / vorleben, wie z.B. musizieren, basteln, Alltagsgriffe wie Zähneputzen...etc.

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