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Tipps vom Physiocoach Meike

HANDLING: Wieviel Unterstützung und Förderung braucht mein Kind?

Diese Frage beschäftigt fast alle Eltern, weil sie sich für ihr Kind die besten Bedingungen für eine gute und gesunde Entwicklung wünschen.
Als langjährige Kindertherapeutin und nun auch als Physio-Expertin (allg. Motorikentwicklung/Wahrnehmung)  für BabyOne, werde ich in diesem Beitrag einige Fragen diesbezüglich aus euren Facebook-Chats  beantworten können!

Wichtig für dich zu wissen:
  • Je kompetenter „du“ in deinem Handling im Alltag bist und je sicherer du die einzelnen motorischen Entwicklungsschritte (inklusive Kenntnis über sinnvolle, altersgerechte Spielangebote) weißt, desto mehr wirst du dein Kind verstehen und zeitgerecht unterstützen können!
  • Die Entwicklung deines Kindes verläuft individuell in seinem Tempo ( nach biologischen Gesetzmäßigkeiten und nach seinem genetischen Plan) ab!
  • Je nach Reifungsprozess des Zentralnervensystems ist es für den nächsten Entwicklungsschritt bereit.
  • Alle gesunden Kinder erlernen diese chronologisch - aufeinanderfolgenden Entwicklungsschritte (teilweise auch auf Umwegen, wie z.B. das Poporutschen ohne Krabbelerfahrungen vorm Stehen)!
  • Auch Frühgeborene werden ihren Weg finden. Meist erhalten sie dafür vom Arzt verordnete therapeutische Förderung. Der Kinderarzt hat die fehlende Entwicklungszeit immer im Blick. Je nach Entwicklungsverzögerungen, haben sie meist innerhalb des ersten Lebensjahres gut aufgeholt!
  • Alles was dein Kind neu dazu lernt, wird es weiter mit viel Übung und Motivation perfektionieren. Fühlt es sich unsicher, geht es von alleine wieder zurück zu der ihm bereits bekannten Position bzw. Bewegungsform. Wieviel Ausdauer und Interesse es beim spielerischen Üben hat, ist ebenfalls individuell unterschiedlich ( je nach Charakter beeinflusst dies natürlich auch das Entwicklungstempo).
  • „Der Weg (zum nächsten großen Entwicklungsschritt) ist das Ziel!“ Das bedeutet, dass die Bewegungsübergänge, die sich dein Kind selbst erarbeiten muss (um zu der nächsten Stufe zu gelangen), viel entscheidender sind! Drehen, Sitzen, Stehen solltest du nicht überbewerten!
Oft höre ich: “Wann kann es denn endlich krabbeln“? Meine Antwort: „Dann, wenn es fit und reaktiv genug ist und genügend trainiert hat“!
  • Jede neue Position, die es sich selbst erarbeitet, fordert die gesamte Körpermuskulatur und vor allem das Gleichgewicht. So bleibt es mobil, kann darin experimentieren und erlebt weniger Misserfolge.  
  • Je selbstständiger dein Kind in seinem Tun ist, desto sicherer und selbstbewusster wird es heranwachsen! Eigeninitiative sollte das Ziel im Leben sein!
(Lernkonzepte in Schulen haben diese gleiche Ideologie!
 

Unterstützung und Hilfe sind wichtig / Förderung nur bei ärztlicher Anweisung!!
Du kannst dein Kind mit Geduld und Gelassenheit aktiv unterstützen, indem du ihm Zeit und Gelegenheiten dazu gibst! Gemeinsam spielen und den Alltag mit all seinen Anforderungen meistern und beobachtend in seiner Entwicklung bleiben!  
Nicht wann dein Kind etwas schafft ist wesentlich, sondern wie und in welcher Reihenfolge es das möglichst selbstständig schafft (nach dem Leitsatz von Maria Montessori: „Hilf mir es selbst zu tun“!) !

Das bedeutet für das gesunde, unauffällige Kind:
Es bedarf keiner besonderen Förderung, sondern Eltern sollten ihre Unterstützung anbieten, wenn es das Kind mit Unbehagen / Weinen einfordert ( z.B. das Kind verliert sein unerreichbares Spielzeug, oder seine Hose rutscht runter....).
Wenn es „in einer Sackgasse“ steckt (= räumliche Lage, die es selber nicht mehr verlassen kann), nimm dein Kind zurück in eine ihm sichere Ausgangsposition, so dass es einen neuen Versuch starten kann! Kinder wollen aber auch zwischendurch mal eine Herausforderung und lieben es wenn sie es „schwieriger“ gemacht bekommen (s.Bild).
Bleibt gemeinsam in Bewegung und helfe nur, wo es nötig ist!!

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Zu übereifrige Eltern, die nicht nur Hilfe anbieten, sondern Entwicklungsschritte vorwegnehmen ( fördern bzw. „pushen“), hemmen sogar die Entwicklung ihres Kindes ( z.B. frühes Hinsetzen oder Hinstellen). ☹
Diese Kinder verlieren „ihren Plan“ in ihrer natürliche Entwicklungsabfolge und damit auch ihre Zufriedenheit und Zuversicht es alleine schaffen zu können!
Hier gilt: „Manchmal ist weniger, einfach mehr“! ☺

Buchtipps zu diesem Thema:
  • Emmi Pickler / Pflaum-Verlag: „Laßt mir Zeit“ – die selbstständige Bewegungsentwicklung des Kindes bis zum freien Gehen
  • Dr. med. Thomas Baumann / TRIAS- Verlag: “Das Baby-Entwicklungsbuch“ (0-4 Jahren)
Genießt eure gemeinsame Zeit, alles Liebe... eure Meike

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2 Kommentare
2019-01-02T09:31:16Z
  • Mittwoch, 02.01.2019 um 10:31 Uhr
Hallo Meike,


erst einmal wünsche ich dir und auch der ganzen Community ein frohes neues Jahr!

Dann habe ich eine Frage zum motorischen Entwicklungsstand meiner Tochter. Ich habe das Gefühl, dass sie diesbezüglich ihren Altersgenossen etwas hinterherhinkt. Sie klettert nicht besonders gut und probiert auch Sachen auf Spielplätzen nicht gerne aus. Schaukeln mag sie beispielsweise auch nicht gerne. Sie ist jetzt 3 Jahre und 4 Monate alt und laut Kinderarzt normal entwickelt. Ich würde sie gerne einmal zum Ergotherapeuten schicken, doch der Arzt meinte, es wäre alles normal und sieht dafür keine Notwendigkeit. 

Nun meine Frage: Kann ich das auch auf eigene Faust machen, also ohne Überweisungsschein für den Ergotherapeuten, oder muss ich dann alle Kosten selbst tragen?



2019-01-04T16:35:36Z
  • Freitag, 04.01.2019 um 17:35 Uhr
Hallo Maggie,


vorweg euch auch ein gutes, neues Jahr, lieben Dank dafür !


In erster Linie solltest du da eurem Kinderarzt vertrauen, denn er trägt auch die Verantwortung mit für eine gute Entwicklung deines Kindes.


Wenn du dir jedoch weiter unsicher bist, wärst du aus meiner Sicht am besten in der Physiotherapie (eventuell mit Osteopathie) aufgehoben. Motorische Entwicklung, sowie Wahrnehmungsförderungen werden besonders von Bobath- Kindertherapeuten gefördert und therapiert. 

Dein Kind scheint sehr auf Sicherheit und wenig auf Stimulationen/Reize zu bauen.


Nun zu deiner Frage: Ohne Verordnung ist es leider (!) in Deutschland so, dass die Krankenkassen die Therapien nicht übernehmen. Aber du hast natürlich immer die Möglichkeit eine Therapeutin um Rat zu fragen (Beratung!). Osteopathie zahlt man ja auch selbst (meist nur einen kleinen Erstattungsbetrag von der  gesetzlichen Krankenkasse). Informiere dich und mache einen Beratungstermin aus.


Alles Gute für euch, lieben Gruß

Meike

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