Unsere Webseite verwendet Cookies. Wenn Du auf unserer Webseite weitersurfst, stimmst Du dieser Verwendung zu.   Mehr erfahren...
Zustimmen
Tipps vom Physiocoach Meike

Das Trampolin: Spiel- oder Sportgerät?

Pünktlich zum Saisonstart gibt es in der neusten Heftausgabe von Stiftung Warentest Test (April 2019) die neusten Testungen von Trampolinen. 

Dazu die Überschrift „Spaß mit Risiko“: Sprungtücher machen Spaß und stärken das Körpergefühl, führen aber oft zu Unfällen. Schutz bieten Regeln – und ein sicheres Trampolin. Im Test überzeugt nur jedes zweite! Testsieger: Springfree Medium Round

Wenn ihr, als Familie, euch bald ein eigenes Trampolin anschaffen wollt, oder bereits eines im Garten stehen habt, wäre es sinnvoll, wenn ihr euch dort näher informieren würdet.

Schaut mal hier: Trampoline im Test – leicht und sicher hüpfen ab 190 Euro

In meinem Expertenbeitrag möchte ich nun meine physiotherapeutischen und auch privaten Erfahrungen mit einem Trampolin beschreiben:

In der Therapie werden häufig kleine Sporttrampoline (im Sportfachhandel erhältlich) benutzt. Das Hüpfen wird hier weniger gefordert, hingegen wird vorwiegend das Stabilisieren - samt Kraftaufbau und Koordination - der unteren Extremität (Fuß- bis Hüftprobleme) gefördert. Bei leichten Schwingbewegungen, d.h. Füße parallel nebeneinander – kein Abheben der Füße, sondern nur leichtes Federn auf dem ganzen Fuß, bekommt man eine schöne Aufrichtung/ Körperspannung des kompletten Körpers. 

Übrigens auch super für den Beckenboden, ihr lieben Mamis!!!

Der Vorteil dieses Gerätes: Als Physiotherapeutin muss ich dem Patienten weniger die richtige Haltung („Becken leicht nach vorne kippen, Brustbein aufrichten und Halswirbelsäule strecken“) erklären, sondern er bekommt bei jedem Streckimpuls automatisch diese Haltungskontrolle gegen die Schwerkraft vermittelt. Je öfters man das unbewusst wahrnimmt über dieses Training, desto mehr verändert dies positiv die Statik.

Aus diesem Grunde haben mein Mann und ich unseren Kindern damals auch ein Gartentrampolin gekauft. Das Hüpfen macht vor allem Spaß, bringt schnelle Bewegungsfreude im Alltag (auch für die Eltern!), fördert Kraft, Ausdauer und das Gleichgewicht. Vom Kopf bis zu den Füßen sind alle Muskeln aktiv und die Kids bekommen dadurch mehr und mehr Körperbeherrschung.

Alternativ: Ein kleines Haustrampolin anschaffen, oder mit den größeren Kindern auch in eine Trampolinhalle gehen!?

 sddfddf

Doch Experten/ Mediziner in diesem Heft warnen auch. In der Hochsaison gibt es viele Stürze und Verletzungen trotz mittlerweile gängiger Netzabsicherungen (wir verzichteten damals komplett auf eine Netzumrandung, haben unseren Kindern vertraut, Trampolin war inmitten des Gartens im Blickfang, zum Glück ist nie etwas passiert!!!

Das Trampolin sei kein Spiel-, sondern ein Sportgerät!!! Es braucht Konzentration sowie Training, um den Körper langsam an das Springen zu gewöhnen.

Hier aus dem Heft die Zehn Regeln für ein unfallfreies Trampolinspringen:

1.    Immer einzeln springen!

2.    Kinder erst ab sechs Jahren springen lassen!Vorher fehlt ihnen die Koordination.

3.    Keine Saltos!Vor allem die Wirbelsäule ist sehr verletzungsgefährdet.

4.    Eltern sollten ihre Kinder beaufsichtigen!Zur Not eingreifen können.

5.    Mittig springen!Markierung auf dem Sprungtuch verhindert „aus dem Lot“ zu kommen.

6.    Pausen machen!Sonst lassen Konzentration und Körperspannung nach und es kommt zu unkontrollierten Sprüngen.

7.    Keine zusätzlichen Spielzeuge!Ansonsten erhöhte Unfallgefahr, vor allem mit Bällen.

8.    Den Eingang zum Trampolin vor dem Losspringen schließen!Ansonsten können die Kids herausfallen.

9.    Immer barfuß springen, also ohne Schuhe! 

10.  Hin und wieder Technik des Gerätes überprüfen!Wind und Wetter lassen das Material altern. Netze, Sprungmatten und Abdeckungen sollten dann ausgetauscht werden.

Letztendlich habt ihr die Obacht und die Verantwortung über eure „Springmäuse“. In der Praxis müsst ihr eure eigenen Regeln aufstellen. 

Mir war es immer total wichtig:

  • Keiner ist unter dem Trampolin – absolute Sperrzone!
  • Immer nur einer springt!
  • Keine Saltos, oder Kunststücke ausprobieren!
  • Bei mehreren Kindern: Schuhe in einer Reihe hintereinander aufstellen, damit man weiß, wer der nächste Springer ist. (Springzeit nach Absprache, Zeituhr ist auch am gerechtesten!)
  • Ein Erwachsener sollte in der ersten Saison / bei Kleineren immer dabei sein. Denn viele Familien haben Kinder im unterschiedlichsten Alter! Die „Großen“ sollten sich trotzdem austoben und mit Gerätschaften spielen dürfen!!

Meine Meinung: Ein Gartentrampolin ist für jedes Kind eine Bereicherung im Alltag! 

Schöne Gartensaison, eure Meike 👍

Hier geht es zu passenden Themen:

Geschwister: (Spiel-) Partner für`s Leben!

Physiotherapie für Kinder: Die Therapien nach Bobath und Vojta             

Produkte

Speichern Abbrechen
Hat Dir dieser Beitrag geholfen?
  • Ja
  • Nein
4 hilft diese Antwort
4 Kommentare
2019-04-12T08:09:21Z
  • Freitag, 12.04.2019 um 10:09 Uhr
2019-04-12T14:15:27Z
  • Freitag, 12.04.2019 um 16:15 Uhr
Hallo, Windy15!


Ehrlich gesagt habe ich noch nie davon gehört und sie auch noch nicht im Einsatz getestet. Die Beschreibung vom Hersteller und auch die Bewertungen hören sich gut an. Ich finde dieses  Polster nur sehr klein von den Maßen. Ob es ein Sporttrampolin für innen ersetzt ....?! Man muß schauen, wie hoch die Kids darauf hüpfen. Ich vermute, dass dieses Polster weicher ist.  Auch wichtig: Falls sie mal daneben springen, sollte man auf jeden Fall (zu Anfang) Platz darum geschaffen haben und besser mit Gymnastikmatten oder Decken alles ausgepolstert haben !


Grundsätzlich finde ich, wie im Bericht von mir geschrieben, dass dieses Ganzkörpertraining auf Sprungmatten jeglicher Art sehr wertvoll für Kinder ist. Durch das Springen und toben darauf können sich Kinder super spüren, selbstregulieren und sie bauen auch so Stress ab. Vor allem Jungen haben (je nach Alter) sehr viel Körperenergie, die irgendwo hin muss!


Ich hoffe, dass ich dir trotzdem weiterhelfen konnte. Vertraue auf deinen Mutterinstinkt, ob dein Kind Spaß daran  hätte 👍


Lieben Gruß, Meike 😀




2019-04-15T09:34:06Z
  • Montag, 15.04.2019 um 11:34 Uhr
Ich habe auch schon mal gehört, dass das Trampolinspringen gar nicht für alle Kinder gut ist, Stimmt das?
2019-04-15T12:37:07Z
  • Montag, 15.04.2019 um 14:37 Uhr
Hallo Bruna!


Meiner Meinung nach, und der vieler meiner Kollegen, ist alles was die Streckung und die Aufrichtung gegen die Schwerkraft an Übungen und Aktivitäten fördert, gut für die motorische Entwicklung eines Kindes ist. Selbst im Erwachsenenalter versucht man ja auch öfters sich aus den belastenden Körperhaltungen wie beim Sitzen oder Stehen zu räkeln bzw. zu dehnen. Heutzutage ist es ja leider so, dass sich Kleinkinder schon weniger bewegen und in der Schule wird es meist auch nicht besser!!


Voraussetzung für das Trampolinspringen ist natürlich ein gesunder Knochen- und Muskelapparat. 

Es gibt so einige Krankheitsbilder, wie z.B. Skoliosen (Wirbelsäulenverkrümmungen), juvenile Hüftnekrosen (Hüftkopfveränderungen) und Hypermobilitäten (Überbeweglichkeiten)der Gelenke,..., wo das Springen zu belastend auf die betroffenen Strukturen wirken würde. Die Kinderärzte sind immer aufklärend im Gespräch mit den Eltern, so dass diese genau erfahren, was sportlich gut oder eher zu meiden ist für ihr Kind.

Ein "gesundes Kind" mit vitalen Fähigkeiten hat sicherlich schnell Freude beim Springen und trainiert die von mir bereits beschriebene Fitness.

Natürlich alles gemach und langsam steigernd! Wie schon im Bericht beschrieben, sollte man einige Regeln einhalten, damit der Spaß nicht mit einem Unfall endet.


Toitoitoi & liebe Grüße

Meike

Dateianhänge
    😄