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Tipps vom Physiocoach Meike

Das Frühgeborene

Wenn ein Baby früh ins Leben startet!

Laut einer aktuellen Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) kommt eins von zehn Babys zu früh auf die Welt. In Deutschland sind das ungefähr 50.000 Frühgeborene im Jahr!!!  

Normalerweise sollte ein Baby nach etwa 38 bis 42 Schwangerschaftswochen zur Welt kommen (exakt 40.ste Woche, 280 Tage nach der letzten Regelblutung). Dann ist seine Entwicklung in Mamas Bauch optimal abgeschlossen. 

Allerdings gibt es die verschiedensten Gründe dafür, dass manche Babys leider schneller auf diese Welt wollen. Von sogenannten „Frühchen“ spricht man, wenn sie vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden.

Neben der Schwangerschaftswoche spielt auch das Geburtsgewicht eine wichtige Rolle. 

Je früher eine Frühgeburt „passiert“ und je leichter das Frühgeborene ist, desto geringer ist die Überlebenschance und desto größer die Gefahr von eventuellen körperlichen Spätfolgen.  Aus diesen Gründen ist eine ärztliche Überwachung notwendig und für die Familie wertvolle Unterstützung.

Schon ab der 24. Woche (Lungenreifung!) und einem Geburtsgewicht von 450 Gramm, haben diese Kinder aufgrund der spezialisierten Baby-Intensivmedizin (Neonatologie) gute Chancen für ihren weiteren Lebensweg. 

Prognosen über die allgemeine Gesundheit / Entwicklung von Frühgeborenen sind je nach individuell-diagnostizierten Befunden schwer vorhersehbar.

Oft ist dieser „besondere“ Frühstart ins Leben sowohl emotional, als auch körperlich sehr schwer für alle Familienmitglieder! Die Frühchen müssen Wochen bis Monate im Brutkasten (Inkubator) der Klinikstation verbringen, um Komplikationen entgegen zu wirken. Häufig gibt es Probleme mit dem Herzen, der Atmung und der Temperaturregelung. Deshalb müssen Frühchen intensiv überwacht und erstmal „lebensfähig“ stabilisiert werden.

 frühchen

Babys, die zu früh ankommen (meist durch Kaiserschnitte), brauchen die nötige Zeit, um die im Mutterleib versäumte Reifung nachzuholen. Es braucht nun, neben einem kompetenten und einfühlsamen Krankenhausteam, sehr viel Aufmerksamkeit, Wärme, Ruhe und Geborgenheit. 

Man weiß mittlerweile, dass der intensive Körperkontakt zu beiden Eltern die vitalen Körperfunktionen und die weitere Entwicklung positiv unterstützt. 

Dies unterstützt die „Bindung und Kommunikation“ zu seinem Frühchen:

  • Känguru-Methode(=„Familien-Baby-Kuscheln“; Baby liegt in gebeugter Bauchlage mit viel Hautkontakt z.B. auf Mamas ebenfalls nacktem Bauch; warm zugedeckt
  • Pucken / Pucksack; dadurch erhält die Körperwahrnehmung deutliche Reize und das Neugeborene bekommt Begrenzung (Halt)
  • „Nestchen bauen“als erste Lagerung (bringt Mutterleiberinnerungen)
  • Tragen und Schmusen im elastischen Tuch; oder guter Tipp für die zarten Babys ist immer eine Mei Tai–Trage
  • „Beugungsfördernder Wiegegriff“ bleibt lange die entspannteste Trageposition auf dem Arm!

Sobald das Baby stabil genug ist und nach Hause darf, wird die familiäre Situation meist entspannter. Ohne die Klinikatmosphäre – in familiärer Umgebung - startet nun endlich der normale Familienalltag! Allerdings braucht das Frühgeborene in den ersten Lebensjahren auch weiterhin besondere Aufmerksamkeit. Ärztliche Kontrolluntersuchungen finden häufiger statt; und nicht selten wird eine physiotherapeutische Begleitung empfohlen.

Warum Physiotherapie hier besonders ratsam ist:

Frühchen sind keineswegs immer „Spätentwickler“. Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich gesunde Frühgeborene normalerweise im selben Tempo entwickeln wie die termingerecht geborenen Kinder. Die Entwicklungsschritte finden nur um so viele Wochen später statt, wie sie zu früh zur Welt kamen. Das heißt letztendlich, dass man ihnen nur mehr Zeit geben sollte „aufholen“ zu dürfen. Die Entwicklungsbeurteilung sollte sich an ihrem ursprünglich-ausgerechneten Geburtstermin orientieren (nicht am tatsächlichen!). 

Jedes Kind entwickelt sich sowieso nach seinen eigenen Entwicklungsplan!

Mal ist die Entwicklung annähernd zeitgerecht – dann wieder eher verzögert!

Die wichtigen ärztlichen Vorsorgetermine daher bitte nicht verpassen, damit hier rechtzeitig mit geeigneten Therapien behandelt werden kann

Bei sehr viel zu früh geborenen Babysist eine physiotherapeutische Förderung immer ratsam. Wichtig ist erstmal die Anleitung der Eltern von gutem Handling und fördernde-wechselnde Lagerungen (natürliche Beugehaltung, wichtige Platzenge im Mutterleib fehlte!), sowie auch die Vermittlung des Wissens der aufeinander-aufbauenden Motorikstufen.  Die Therapeuten behandeln jedes Kind individuell immer in Anbetracht seines sensomotorischem  Entwicklungsstandes. Sie unterstützen und helfen dem Frühgeborenen dabei, mehr Stabilität in die Aufrichtung zu erlangen und leichter in die Bewegung zu kommen. Meist ist die Muskulatur noch unausgebildet und viel zu schwach gegen die Schwerkraft zu agieren (je nach Therapieform: Bobath oder Vojta).

Im Durchschnitt haben alle Frühgeborenen nach etwa zwei Jahren die körperliche Entwicklung aufgeholt!

Internet-Tippwww.fruehgeborene.de; Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.

Viel Kraft für euren gemeinsamen Weg & alles Gute, Meike🙋

Hier geht es zu passenden Themen:

Physiotherapie für Kinder: Die Therapien nach Bobath und Vojta

Der tägliche Umgang mit dem Kind – „Das HANDLING“

Handling: Wieviel Reize darf ich meinem Baby zumuten?

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