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Tipps vom Physiocoach Meike

Baby-Handling: Aufenthaltsorte tagsüber (Teil 2)

Warum die richtige Auswahl der Lagerungshilfsmittel für dein Baby so wichtig ist!

In der ersten Zeit fühlt sich ein Baby und eine Mama am wohlsten, wenn sie in den Wachphasen engen Kontakt haben. Am besten klappt das auf dem Arm – einmal im rechten, dann im linken Arm – schön abwechselnd (verhindert eine Lieblingsseite und somit Asymmetrie beim Baby) und mit viel Ruhe und Zeit zum Nachspüren. Ein Neugeborenes befindet sich noch in seiner typischen Beugehaltung auf dem Rücken, die erst im Laufe der nächsten Wochen von einer allmählichen Streckung abgelöst wird. 

Neugeborene kommen als „Nestlinge“ auf die Welt – nicht als Traglinge!

Ein „Nestchen und eine Babyhängematte sind daher in dieser Phase optimal für ein Neugeborenes.

Erst mit der beginnenden Kopfkontrolle und nach der wertvollen Zeit des Wochenbettes sollte man langsam mit dem Tragen in einem Tuch oder in einer Trage starten (einige Trageberaterinnen empfehlen schon sofort von Geburt an 🙃?, bitte erstmal "ankommen" lassen!)

Daher ist es von Anfang an wichtig zu wissen, wie ihr euer Baby auch tagsüber in den wachen Momenten lagert und vor allem wie ihr es mit euch mitnehmen, bzw. beschäftigen  könnt. Denn man kann sein Baby nicht permanent mit sich am Körper tragen oder auf dem Arm schleppen?!

Wichtig zu wissen: Ein Baby braucht eine feste (bzw. nicht zu weiche), flache Unterlage in der Rückenlage! Denn um diese Lage verlassen zu können, muss es das Gleichgewicht nach links und rechts zu den Seiten für sich erarbeiten. Es stemmt seine Fersen abwechselnd in den Boden und versucht sich auf die Seite zu drehen. Nun sieht man öfters, wie es die Beinchen immer höher zu sich zieht und mit seinen Füßchen spielt.

Eltern können beobachten, dass die motorische Entwicklung in der Rückenlage von „unten nach oben“ abläuft, d. h. dass die vordere Rumpfmuskulatur zunehmend aktiver wird. Mit ungefähr einem halben Jahr schafft ein Baby dann die Füßchen (von fußwärts) aktiv bis fast zum Mund (Richtung kopfwärts) zu führen – unglaublich!!!

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Dies klappt am besten auf dem sicheren (warmen) Fußboden, im Stubenwagen, Beistellbett auf Rollen, in einem höhenverstellbaren Laufstall (auf oberster Stufe) oder auch in einem geräumigen Kinderwagen. Hier kann das Baby zwischendurch auch mal wieder wegschlummern. 

Am Tag und im wachen Zustand sollte es also auf einer geräumigen Fläche seine motorischen Entwicklungsschritte weiter erarbeiten dürfen. Auch die so wichtige Bauchlage kann hier geübt werden, denn diese ist für die weitere Aufrichtung zu höheren Motorikstufen unerlässlich und muss zwischendurch dem Baby (langsam ab ca. 3 Lebenswoche) immer wieder angeboten werden!

Eher nachteilig in der mobilen Drehlernphase 😒:

Eine Wippe ist eigentlich zu keiner Zeit förderlich, da das Baby zu aufgerichtet liegt (Füßchen können schwerer erreicht werden) und sie keine stabile, gerade Unterlage ist. 

Das Kind findet schwerer zu seiner Stabilität und Symmetrie. Bei Müdigkeit droht das Baby halb sitzend in sich zusammenzusacken. 

Ähnlich wie in einer Autositzschale. Diese sollte man auch nur zum Autotransport nutzen (= sicherste Transportmöglichkeit), denn die Beweglichkeit ist doch sehr eingeschränkt. Die Autositzschale zum Kinderwagen umzufunktionieren hemmt also nicht nur die Motorikentwicklung, sondern belastet zusätzlich den Knochenbau (halber Schrägsitz = Wirbelsäulen-/Hüftstauchung). Die vordere Bauch- und Hüftbeugemuskulatur, die so wichtig für das Drehen / Stützen / spätere Sitzen und Gehen ist, wird viel zu wenig aktiviert. Diese Babys zeigen später vermehrt Strecktendenzen, die einer physiologischen Bewegungsentwicklung eher entgegen wirken.

Fazit: Hilfsmittel sollten nicht nur praktisch und bequem für die Eltern sein, sondern in erster Linie dem Baby / Kind in der Entwicklung nützen! Sie sollten nicht das motorische Lernen hemmen oder den kindlichen Körper belasten. Erst wenn ein Kind eine Motorikstufe sicher und stabil kann, sollte man es in dieser Position lagern (z.B. Hochstuhl und Buggy erst ab Sitzalter). 

Ein Baby sollte immer „flachliegend“ in Bewegung bleiben dürfen und es muss seine Motorikschritte „alleine“ trainieren. Daher ist ein geräumiger, höhenverstellbarer Laufstall ein empfehlenswertes Hilfsmittel! Er ist von Geburt an motorisch sinnvoll, eine sichere und mobile Lagerungsstätte bis ins Kleinkindalter und später auch eine gute Turnstation um das Hinstellen / Gehen mit Festhalten zu üben.

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Für das Sitz- und Lauflernalter gibt es leider auch nachteilige Hilfsmittel 😮:

Leider sieht man in den Haushalten mit einem Baby immer noch einen sogenannten „Gehfrei und einen Türhopser“! Die Babys scheinen darin vergnügt zu sein, weil sie nun aufgerichtet endlich etwas von ihrer Umgebung mitbekommen und sie sich somit fortbewegen können – aber auf Kosten ihrer Gesundheit!!!

Mit diesen beiden Geräten wird ein Baby völlig passiv in die Aufrichtung gebracht. Dort „hängen“ sie mit fehlender Körperspannung im Sitz. Zusätzlich zu dieser meist viel zu frühen Sitzposition (Sitzen erst mit 9/10 Monaten aktiv) kommt noch die falsche Fußbelastung dazu. Hier versuchen die Kleinen sich mit den Zehenspitzen abzustoßen. Das aktive Bewegungstraining für die später wichtige motorische Selbstsicherheit und das Üben physiologischer Bewegungsabfolgen (so wie vom Boden alleine „nach oben“!) bleibt nicht nur unterbrochen, sondern vernetzt im Gehirn falsche Bewegungsmuster (z.B. Zehenspitzengang, falscher Allrollvorgang der Füße, mangelndes Gleichgewicht, erhöhtes Sturzrisiko,… als Spätfolgen . Die Arme und der Schultergürtel übernehmen hier keine aktiven Stützaktivitäten. Allgemein werden die gewichtübernehmenden Gelenke zu stark belastet! Die Stöße auf die muskulär noch ungesicherte, gesamte Wirbelsäule können in einem Türhopser Schäden verursachen.

Nur mit langfristiger Physiotherapie kann man die fehlerhaften Bewegungsmuster (wegen dieser Hilfsmittel) abbauen, die fehlenden Motorikstufen nachholen und natürliche Bewegungsmuster spielerisch anbahnen / einfordern.

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…. Viel Spaß bei der Auswahl / dem Einsatz dieser Hilfsmittel! Alles Gute, eure Meike 🙋

Hier geht es zu passenden Themen:

Wann darf dein Baby sitzen?

Das solltest du über „die Hüftgelenke deines Neugeborenen“ wissen!

Was ist beim Gebrauch einer Autositzschale zu beachten?

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1 Kommentar
2019-05-07T15:31:06Z
  • Dienstag, 07.05.2019 um 17:31 Uhr
Danke für den Beitrag, ich hatte beim Laufstall immer ein nicht so gutes Gefühl, weil das Kind da so weggeparkt ist. Aber schön zu hören, dass das nicht so ist.

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