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Tipps vom Hebammennetzwerk

Was ist das Familienbett? Eine Hebammenmeinung dazu:

Von Hebamme Britta


Das Familienbett ist nicht „neu-modern“, sondern schon uralt; vor mehr als 200 Jahren war es auch hier in Deutschland die Regel, das alle zusammen, Vater, Mutter und Kind in einem Bett schliefen. In afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern ist auch heute noch immer der gemeinsame Schlafplatz üblich, nur in hochindustrialisierten Ländern, wie hier bei uns in Deutschland, ist es „verpönt“!
Aber immer mehr Familien sehen die Vorteile des sogenannten „Co-Sleeping“ (der englische Begriff für gemeinsames Schlafen in einem Zimmer bzw. einem großen Bett). Wurde dies früher noch überwiegend aus Platz-und Raummangel genutzt, so geht es den Familien, die alle zusammen schlafen, in erster Linie um die Nähe, die dabei für alle entsteht und so häufig für die Eltern ein erholsamerer Schlaf ist, als Nacht für Nacht schlafwandlerisch und übermüdet mit einem weinenden Kind durch die Wohnung zu laufen und immer wieder zu versuchen, es im eigenen Bett, im eigenen Zimmer, zum Schlafen zu bringen. Viele Eltern haben Angst, ihre Kinder zu verwöhnen, wobei diese Angst auch nicht selten von der Gesellschaft geschürt wird. Ständig hören sich die Eltern Sprüche an, wie z.B.: Ihr verwöhnt das Kind oder: es wird später nie im eigenen Bett schlafen!

Ein immenser Druck wird so gesellschaftlich auf die Eltern ausgeübt, so dass viele sich dazu entscheiden, das Familienbett nicht bei Verwandten oder Freunden zu thematisieren, um sich nicht dauernd rechtfertigen zu müssen. Mittlerweile gibt es viele Studien, die sich mit dem Thema des Familienbettes beschäftigt haben, so z.B. von Michael Breuss, klinischer Psychologe und Schlafexperte, der in Psychology Today schon 2011 neun Gründe für das Co-Sleeping veröffentlichte:

  • Die Kinder haben später ein stärkeres Selbstwertgefühl
  • Sie sind offener für Zuneigung
  • Sie sind in der Schule besser
  • Sie werden schneller unabhängig
  • Sie haben weniger psychologische Probleme
  • Sie haben eine positivere Lebenseinstellung
  • Sie sind glücklicher
  • Sie sind seltener ängstlich
  • Und sie fühlen sich akzeptiert

Peter Blair publizierte 2014 eine Studie mit dem Thema: „Das Familienbett - ein Risiko für den plötzlichen Kindstod?“ Heraus kam dabei, dass im Jahr 2012 zehnmal weniger Kinder am plötzlichen Kindstod verstarben, als noch 1991, was auf die Verbreitung des Familienbetts zurückzuführen ist. Es gibt nur wenige Gründe, die gegen ein Familienbett sprechen:

  • Alkohol, Drogen oder starke Schlafmittel, die von den Eltern konsumiert werden
  • Wasserbetten
Die Kinder sollten unter einer eigenen Decke schlafen und das „klassische Familienbett“ besteht aus Matratzen, die auf Lattenrosten direkt auf dem Boden liegen, genügend Platz für alle für einen erholsamen Schlaf bieten und durch die niedrige Höhe auch keine Gefahr beim Herausfallen für die Kinder darstellen. Sehr praktisch ist dann noch ein selbstgebauter Rahmen, damit die Matratzen nicht verrutschen können. Anleitungen hierfür gibt es reichlich im Internet.
Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass jede Familie für sich selbst und individuell entscheidet, was für sie die praktikabelste Lösung ist, mit der sich alle wohlfühlen. Familienbett oder getrennte Zimmer? Sprecht gemeinsam eine für Dich und Deinen Partner ideale Lösung ab und lasst euch nicht durch das Umfeld beeinflussen!

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3 Kommentare
2018-09-28T07:55:49Z
  • Freitag, 28.09.2018 um 09:55 Uhr
Wir haben das ebenfalls praktiziert, als die Kinder noch jünger waren. Als die Große drei Jahre geworden ist, haben wir ihr ein eigenes Bett gekauft. Seitdem kommt sie trotzdem noch jede Nacht zu uns rüber. Ich frage mich nun langsam tatsächlich, wann das aufhört. Einerseits ist es ganz schön zu kuscheln, aber in unserem Bett wird es natürlich immer enger und enger. Mittlerweile wäre es schon schön, wenn beide in ihren eigenen Betten durchschlafen. Also, falls jemand Tipps dazu haben sollte:  immer her damit
2018-09-30T19:56:31Z
  • Sonntag, 30.09.2018 um 21:56 Uhr
Wir haben zwar das Kinderbett noch mit im Schlafzimmer. Aber wir haben kein Familienbett. Der Platz reicht zum einen nicht um die notwendige Liegefläche zu haben. Dazu kommt das ich aus Angst eh noch nie mit Säugling im Bett schlafen konnte. Meine Tochter war nur einmal in meinem Bett. Und jetzt mit Sohn auch nicht, weil er viel zu sehr wühlt. Mal, als Ausnahme OK. Aber ständig, da wäre ich ein Wrack wegen Schlafmangel. Und die genannten Vorteile sind Quatsch. Ich selbst bin ein gutes Beispiel... oder wohl nach Profis Meinung nur "die Ausnahme".
2018-10-12T20:34:50Z
  • Freitag, 12.10.2018 um 22:34 Uhr
Wir haben ein Familienbett , denn wenn meine Kleine neben mir schläft, schläft sie besser und somit auch ich. Ich selbst habe in meiner Kindheit im Familienbett geschlafen und fand die Zeit schön, da ich mich sehr geborgen gefühlt habe. Das möchte ich meiner Tochter weitergeben.

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