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Little Years

Flug-Reisen mit Babys und Kleinkindern - So klappt's!

Wenn die Kitas geschlossen haben und man plötzlich in den Innenstädten Parkplätze bekommt, wissen wir Bescheid: Es ist Reisezeit! Isabel und ich sind riesige Reisefans. Schon vor unseren Kindern waren wir Weltenbummler und das wollten wir auch nach der Geburt unserer Jungs nicht missen. Ob Alpen, Indien, Thailand, Guadeloupe, Italien oder London - wir waren mit unseren Kids dort! Es gab keine Katastrophen, alle sind gesund geblieben und unsere Fotoalben um viele tolle Erinnerungsstücke reicher.

Reisen mit Baby und Kleinkind kann also eine wunderschöne Erfahrung sein - allerdings ist gute Vorbereitung und eine ordentliche Portion Gelassenheit das A und O. Denn so ist es meistens: Wenn man vorher gut reisen konnte, kann man es, in der Regel, später auch mit Kind. Und trotzdem ist ein Baby oder Kleinkind im Flieger oder auf dem Rücksitz nicht immer unkompliziert. Wir haben hier ein paar Tipps und Tricks gesammelt, die uns geholfen haben und die das Reisen mit euren Minis ein wenig entspannter machen können.


Ein Tipp, der ganz wunderbar für uns funktioniert hat, ist die Reisespielbox!

Hier kann man ein kleines Metal-Köfferchen besorgen und es mit verschieden Dinge füllen:  Isabel hat für ein paar Euro eine Tüte Lego gekauft (es ein Mal durch die Spülmaschine gejagt), auf den Koffer eine Lego-Platte geklebt und noch ein Set Alphabet-Magneten mit reingepackt. Xaver, Isabels Sohn, hat sich so maßlos gefreut, hat sofort gebaut und entdeckt. Raumschiffe, Autos, Häuser, Mauern. Auch das Alphabet wurde hoch und runter gespielt (dank des Metalköfferchens) und wir haben viele lustige Wörter erfunden. Als sie dann auf ihren Anschlussflug warteten, gab es wegen der Legobox sogar den einzigen kleinen Wutanfall während der gesamten Reise. Xaver wollte nicht aufhören, zu spielen! Und er trug den Koffer natürlich stolz über den Flughafen. Das Lego funktionierte besser als Fernsehen: “Mama, darf ich Lego spielen?” sagte er immer wieder, wenn wir den Koffer zwischendurch wieder einpacken mussten. Auch am Urlaubsort war der Lego-Koffer noch im Dauer-Einsatz. Natürlich kann man ihn auch mit anderen kleinen Spielsachen füllen, aber die aufgeklebte Lego-Platte hat schon ziemlich gut funktioniert! Auch für lange Autofahrten eignet sich so ein Köfferchen.


Es geht weiter weg? Hier sind unsere Tipps für Langstreckenflüge mit Babys:

Anschnallen: Viele Airlines erlauben, dass Kinder auf den Sitzen in ihrem eigenen Autositz angeschnallt werden können. Vor allem mit ganz Kleinen ist eine Autoschale ja ohnehin sehr praktisch. Nicht alle Modelle sind allerdings Flugzeug-tauglich (es gibt ein Siegel: „for use in aircrafts“), und man kann sie nicht so gut festschnallen, wie im Auto. Zudem muss man in diesem Fall natürlich hoffen, dass man einen Extra-Platz bekommt, der ja nicht vorgesehen ist (bis zwei Jahre fliegen Kinder fast umsonst – dafür auch auf dem Schoß – mit). Und: Manche (vor allem Billig-Airlines) erlauben es nicht, eine Autoschale mit an Bord zu nehmen.

Am besten, man informiert sich vorher! Wenn kein Autositz da ist, oder das Kind zu groß ist, wird es mit einem kleinen Extra-Gurt am Gurt der Eltern festgeschnallt.

Basinett: Bis zu einem Gewicht von ca. 11 Kilo dürfen Babys in ein Basinett gelegt werden. Die Bettchen werden an die Wand gehängt, und man sollte sie rechtzeitig reservieren! Einfach bei der Airline anrufen. Vorteil ist nicht nur, dass man im Idealfall ein paar Stunden ohne Kind auf dem Bauch schlafen kann, sondern auch, dass man etwas mehr Platz im Fußraum hat. Unsere Jungs konnten während der langen Flüge so auch ein bisschen auf dem Teppich spielen und mussten nicht nur auf dem Schoß der Eltern rumkrabbeln. Achtung: Am besten Krabbeldecke mitnehmen, oder die Flugzeugdecke unterlegen - Flugzeuge sind dreckiger als man denkt.

Buggy: Einen Kinderwagen oder Buggy kann man normalerweise bis zum Einstieg in das Flugzeug mitnehmen (einige passen sogar ins Handgepäck, wenn Platz ist!), und ihn erst dann als Gate-Check-in aufgeben. Das ist eigentlich bei allen Airlines Standard (Update: bei Eurowings wurde uns letztes Mal erzählt, dass nur Alleinreisende den Buggy bis zum Gate mitnehmen dürfen!) und muss eigentlich auch nicht vorher gesagt werden, wer sicher gehen will, informiert sich. Das Personal weiß in der Regel Bescheid. Natürlich sind Wägen, die zu einem Teil zusammenklappbar sind, in diesem Fall praktischer, alleine schon, weil man den Kinderwagen zusammenklappen muss, um ihn durch die Sicherheitskontrolle zu bekommen. Und: Nicht immer überleben die Wägen unbeschadet den Flug. Im Fall einer Beschädigung haftet zwar die Airline, dennoch kann das sehr ärgerlich sein. Wir haben uns deshalb auch schon einmal dazu entschlossen, den Bugaboo in eine Reisetasche zu packen und einzuchecken. Kosten ja genug, die Dinger!

Druckausgleich: Ein leidiges Thema, denn natürlich haben auch Babys und Kinder Probleme mit dem Druckausgleich bei Start und Landung, und jeder weiß, wie laut Kinder schreien können, wenn sie Ohrenschmerzen haben. Deshalb: Bei Start und Landung das Baby an die Brust nehmen, ihm Fläschchen oder Schnuller geben. Bei uns lief das bisher sehr gut, die Kleinen hatten nie Probleme. Und: Wir haben sie nie geweckt. Ihnen höchstens einen Schnuller in den Mund gesteckt. Denn auch das Nuckeln hilft beim Druckausgleich.

Essen: Bei Lufthansa gibt es Hipp-Gläschen, und auch alle anderen Airlines waren bisher sehr kooperativ und haben z.B. heißes Wasser für ein Fläschchen zur Verfügung gestellt. Man kann Kinder-Menüs auch im Voraus bestellen! Ansonsten fanden wir es sehr angenehm, ausreichend zu essen und trinken dabei zu haben. Auch Snacks wie Reiswaffeln oder Kekse sind ein Muss. Nicht nur, weil ein kleiner Hunger schnell gestillt ist, sondern auch weil man sich einfach sicherer fühlt, wenn man weiß, dass man theoretisch ausgestattet ist. Meist bekommt man Wasser und Babynahrung übrigens auch problemlos durch den Security-Check.

Gepäck: Man darf SO viel mitnehmen! Auch Kinder unter zwei dürfen eine volle Ladung Gepäck dabei haben, außerdem ist eigentlich immer (mindestens) ein Sperrgepäckstück frei. Kinderwagen, Autositz, Reisebettchen – alles kann also mit. Allerdings sind die Regeln bei allen Airlines unterschiedlich, auch was das Gewicht angeht. Vor allem bei Billig-Fluglinien sollten man sich vorher informieren.

Handgepäck: Wie gesagt: Essen, Trinken, Snacks, sind ein Muss. Auch gut: Ein paar Klamotten zum Wechseln und falls es zu kalt wird, evtl. eine Decke, die ein bisschen nach Zuhause riecht. Wickelzeug, Säuglings-Nasentropfen, und ein paar Spielsachen. Viele Kinder haben auch gerne ihr Lieblings-Kuscheltier dabei!

Jet-Lag: Unsere Erfahrung: Babys stecken das leichter weg als Erwachsene. Obwohl das Gegenteil behauptet wird. Auch hier ist es aber von Fall zu Fall verschieden, und je kleiner sie sind, desto einfacher. Wer in Gegenden mit sehr hoher Zeitverschiebung fährt, sollte sich sicherheitshalber auf einige durchwachte Nächte und Frühaufsteher-Attacken gefasst machen… Und: Es wird empfohlen, ganz viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. So stellt sich der Rhythmus schneller um.

Klimaanlage: Auch hier scheinen unsere Jungs das besser wegzustecken als wir. Man muss nur darauf achten, dass ihnen immer warm genug ist!

Krankheit: Mit einem kranken Kind sollte man natürlich nicht fliegen. Bei Unsicherheiten immer den Arzt konsultieren. Schon eine richtig dicke Nase kann sehr unangenehm werden, denn der Druckausgleich wird dann wirklich zum Problem!

Preis: Wie schon geschrieben: bis zwei Jahre fliegen sie fast kostenfrei, dafür ohne Platzgarantie. Ab zwei Jahren zahlt man quasi voll – bekommt dafür aber auch einen ganzen Sitz.

Stress: Am Wichtigsten ist es, dass die Eltern ruhig bleiben und dem Kind keinen Stress vermitteln. Wer also viel fliegt und dabei entspannt ist, kann auch sein Baby gut mitnehmen. Wer dagegen Flugangst hat und nicht sehr routiniert ist, der sollte sich vielleicht nicht mit einem kleinen Baby an einen Übersee-Flug wagen! Das Gute: Nicht nur Stress wird von den Eltern direkt auf das Kind übertragen, sondern auch Ruhe, Gelassenheit und die Vorfreude auf den Urlaub. Wir haben immer wieder festgestellt, dass alles am reibunsglosesten läuft, wenn gelassen ans Reisen herangeht (immerhin ist es Urlaub!) und da hilft es einfach, gut vorbereitet zu sein!

Trinken: Genau wie Erwachsene auch, sollten Kinder an Bord eher mehr als weniger trinken. Man muss sich aber keinen Stress machen. Wichtig ist nur, dass während Start und Landung getrunken oder genuckelt wird. Bei Still-Babys ist das recht einfach: Man legt sie einfach an, sobald ein Druckausgleich nötig ist. Später helfen Fläschchen und Nuckel. Siehe auch: Druckausgleich!

Rhythmus: Wir versuchen beide immer, gewohnte Ess- und Schlafrhythmen weiterhin einzuhalten. Das gibt den Kleinen Sicherheit und uns auch! Man sollte versuchen, die Flüge so zu legen, dass sie in den Rhythmus passen. Wir hatten einen Flug, der erst um 21 Uhr abends abhob, Baby Xaver ist zu dieser Zeit normalerweise längst im Bett, er war übermüdet und natürlich fiel es ihm schwer einzuschlafen, bei all den aufregenden Dingen um ihn herum. Eine Stunde mit Baby in der Trage auf und ablaufen war das Ende der Geschichte. Bei der Landung hat er dann endlich geschlafen.


Aber auch bei der besten Vorbereitung kann es natürlich stressig werden. So wie früher, wo man einen ganzen Flug mit Schlafen und Filme ansehen verbrachte, wird es nicht mehr (jedenfalls nicht in den nächsten paar Jahren) Im Zweifelsfall muss man sich den ganzen langen Flug über um das Baby kümmern (mit Partner dann wenigstens im Wechsel). Dafür bekommt man aber ein unvergessliches Erlebnis!


Aber auch bei Kleinkindern, gibt es ein paar Tricks, die helfen so einen Flug besser zu überstehen:

Kinder-Essen: Bei vielen Airlines kann man Kinder-Essen vorbestellen. Das machen wir auf Langstreckenflügen immer und die Menüs kommen bei den Kids besser an, das normale Erwachsenen-Essen.

Bei der Buchung: Auch hier sollte man beim Buchen auf eine gute Zeit zum Fliegen achten. Abends losfliegen, nach dem die Kinder schon einen ganzen Tag hinter sich haben, macht wenig Sinn. Unsere Kids schlafen dann nämlich nicht, weil sie so aufgeregt sind, und bekommen schlechte Laune. Und: Wenn es irgendwie möglich ist, versucht Sitzplätze in der ersten Reihe zu bekommen oder auf Langstreckenflügen, die Reihe vor einer Trennwand. So ist wenigstens ein bisschen Platz am Boden vor einem, zum Spielen.

Vor dem Boarding: Die Panik, die ausbricht, sobald ein Flugzeug zum Einsteigen bereit ist, kann einem getrost egal sein. Schlangestehen fanden wir auch schon vor dem Kind doof. Ganz früher war ich auch immer neidisch, dass Familien mit kleinen Kindern zuerst einsteigen durften, jetzt denke ich: warum nur? Ich lasse Junio meistens bis auf die letzte Sekunde auf dem Flughafen wie wild herumrennen. Jede Sekunde, die er jetzt nicht sitzt, sitzt bzw. schläft er hoffentlich nachher.

Kleine Snacks für kleine Finger: Auf die Idee gebracht haben mich Freche Freunde. Die kleinen Mini-Packungen mit Rosinen gefüllt sind nicht nur lecker, sondern auch praktisch, weil die Kids lange brauchen um eine Rosine aus der Packung zu fischen. Inspiriert davon, bereite ich zu Hause oft kleine Mini-Behälter vor und befülle sie mit Snacks. 15 Minuten Ruhe. Wunderbar.


Ein Tipp der für alle Eltern gilt: Irgendwann helfen auch all die kleinen Tricks nicht mehr. Bevor man dann an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gerät (oder der arme Sitznachbar), wird bei uns doch das iPad/iPhone herausgeholt. Es gibt viele wirklich nette Apps, aber auch den einen oder anderen Film auf Mamas iPad. Auch bei Isabel ist es so, dass ihr Sohn auf Flugreisen ausnahmsweise ohne Limit fernsehen darf. Und dann heißt es guten Flug für Mama und Papa - und ein paar Minuten Entspannung.





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2 Kommentare
2018-07-12T12:05:46Z
  • Donnerstag, 12.07.2018 um 14:05 Uhr
Tolle Tipps! Wir reisen ja auch so gerne und werden in Zukunft sicher die Idee mit der Metallspielebox einmal ausprobieren. Darf ich fragen, wo ihr dieses Metallköfferchen gefunden habt?

Liebe Grüße!!!

2018-08-03T13:12:56Z
  • Freitag, 03.08.2018 um 15:12 Uhr
Maelove:
Tolle Tipps! Wir reisen ja auch so gerne und werden in Zukunft sicher die Idee mit der Metallspielebox einmal ausprobieren. Darf ich fragen, wo ihr dieses Metallköfferchen gefunden habt?

Liebe Grüße!!!


Hallo, liebe Maelove,


wir haben deine Frage an unsere Experten weitergeleitet und folgende Antwort bekommen:

Die Spielbox aus Metall ist von Ebay Kleinanzeigen - vielleicht schaust du da mal nach 😊


LG Hannah von BabyOne 

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